Wirtschaft : Fitneßcenter und Krankengymnastik in einem

FRIEDERICKE BECKER

BERLIN ."Wir wollen mit dem geringstmöglichen Aufwand die bestmöglichen Ergebnisse erzielen", sagt Marion Wittkopf.Die Inhaberin des Analyse- und Therapiezentrums in der Hardenbergstraße hält nichts von mühsamer täglicher Gymnastik bei der Behandlung von Rückenleiden.Die 34jährige Berlinerin wagte vor zwei Jahren mit einem gezielten Rückentrainingsprogramm den Sprung in die Selbständigkeit."Ich wußte von Anfang an genau, was ich wollte", sagt Wittkopf."Ich wollte auf gar keinen Fall eine ganz normale Krankengymnastikpraxis eröffnen", betont die Unternehmerin, die bis zu ihrer Selbständigkeit im Landesinstitut für Sportmedizin tätig war.Ihre Zielsetzung: die Verbindung zwischen einer Krankengymnastikpraxis und einem Fitneßcenter.Neben den beiden großzügigen, offen angelegten Übungsräumen können die Patienten in der Hardenbergstraße in drei Therapieräumen individuell betreut werden.Die Krankengymnastin und Sportphysiotherapeutin arbeitet mit einem Konzept, daß im Rahmen einer gemeinsamen Studie der Deutschen Sporthochschule Köln, der AOK Rheinland und dem Forschungs-und Präventionszentrum Köln entstanden ist.Hat ein Patient beispielsweise ständig wiederkehrende Rückenschmerzen, dann sucht Wittkopf zunächst in einem Beratungsgespräch nach den Ursachen.Wenn ihr nach dem Gespräch eine Behandlung sinnvoll erscheint, führt sie eine Analyse an den Trainingsgeräten durch, um einen individuellen Trainingsplan aufzustellen.Erst danach beginnen die von Krankengymnasten und Sportphysiotherapeuten betreuten Trainingseinheiten an den jeweiligen Geräten.Die Kosten für 24 Einheiten: 1717 DM.

Der Bedarf an wirksamen Therapien gegen Rückschmerzen ist groß: Ein Drittel aller Erwachsenen hat regelmäßig Rückenschmerzen.In Deutschland ist das die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit.Im Analysezentrum erfolgt die Behandlung in einem Programm mit zehn oder 24 Trainingseinheiten.In der Trainingsstunde, die 60 Minuten dauert, wird jeder Patient von einem der fünf festangestellten Mitarbeiter betreut.

Entscheidend ist nach Darstellung von Wittkopf, daß man den Patienten zunächst gut zuhöre.Wer sich auf die Patienten einlasse, komme den Schmerzursachen schneller auf die Schliche und könne unnötige Behandlungen vermeiden.Der hohe Qualitätsanspruch spiegelt sich im Dienstleistungsansatz des Zentrums wider.So sind kundenfreundliche Öffnungszeiten ebenso selbstverständlich wie die moderne Ausstattung des Zentrums.Die Kompetenz der Mitarbeiter bei der Therapie von Rückenkranken werde durch die stetige Weiterbildung gewährleistet.

Zu Wittkopfs Kunden gehören neben Privatzahlern auch Firmen.Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge arbeitet die Unternehmerin beispielsweise seit einiger Zeit mit der Dresdner Bank und der Landesbank Berlin zusammen.Die Dresdner Bank habe dazu im eigenen Haus ein Trainingscenter mit den für die Behandlung notwendigen Geräten ausgestattet, sagt Wittkopf.Die Betreuung der Mitarbeiter übernehmen die Angestellten des Analysezentrums.Im Gegensatz dazu führt die Landesbank mit dem Therapiezentrum ein Pilotprojekt durch.20 Mitarbeiter des Kreditinstituts testen die Effizienz des Konzepts gegenüber einer herkömmlichen Rückenschule.Wie es nach Ablauf der Maßnahme weitergehe, müsse man abwarten.Bisher hat sich das Projekt jedoch nach Darstellung von Wittkopf gut bewährt.Die Unternehmerin möchte auch bei der Patientenbetreuung eine klare Linie präsentieren.Deshalb will sie neben dem bisherigen Unternehmen eine weitere Firma gründen, um die beiden Bereiche, die zur Zeit noch in einem Unternehmen geführt werden, voneinander zu trennen.

"Mir ist es wichtig, flexibel zu bleiben und ständig weiterzugehen, um meine Ziele zu erreichen.Nur so kann man den Anforderungen der Zeit stand halten", sagt Wittkopf.

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