Wirtschaft : Flache Bildschirme – hohe Umsätze

Innovative Digitaltechnik in Fernsehern, Audio- und Videogeräten soll die Verkäufe der Aussteller ankurbeln

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Berlin Die Anbieter von Unterhaltungselektronik erwarten, dass sie besonders von der größeren Konsumneigung der Verbraucher profitieren werden. Ein Fernseher mit Flachbildschirm stehe „als Objekt der Begierde“ ganz oben auf den Einkaufslisten der kommenden zwei Jahre, sagte Hans-Joachim Kamp, Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronics im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Die Branche verspricht sich viel von der Internationalen Funkausstellung (Ifa), die am Freitag beginnt. Die Unternehmen erwarten nach Kamps Worten, dass der Handel auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik Waren für mehr als 2,5 Milliarden Euro bestellt. Auf der Ifa 2003 hatte das Ordervolumen bei 2,4 Milliarden Euro gelegen.

Die Digitalisierung von Fernseh-, Audio- und Videogeräten sowie Film- und Fotoapparaten werde die Kunden zum Kauf neuer Produkte animieren, hoffen die Anbieter von Unterhaltungselektronik. „Die allseits spürbare Digitalisierung und die neuen Displaytechnologien beflügeln die Branche“, sagte Kamp. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz mit Unterhaltungselektronik in Deutschland um zehn Prozent zu. Insgesamt soll der Markt für Konsumelektronik (dazu gehören zum Beispiel auch Handys und Computer) in diesem Jahr erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro übersteigen.

Treiber der Entwicklung sollen die Fernseher mit flachem LCD- oder Plasmaschirm sowie Projektionstechnik sein. Mit Beginn der Ifa erziele die Branche mehr Umsatz mit den neuen Displaytechnologien als mit den herkömmlichen Röhrenfernsehern. „Die Schwelle zum Massenmarkt ist überschritten“, sagte Kamp. So rechneten Marktforscher mit mehr als 1,2 Millionen verkauften LCD-Fernsehern in 2005. „Es ist sogar damit zu rechnen, dass der LCD-Umsatz schon 2005 den Umsatz mit herkömmlichen Röhren-TVs überholt“, sagte Kamp. Dabei liegen die Preise für LCD-Fernseher trotz des enormen Preisverfalls der letzten Monate noch deutlich über denen für Röhrenfernseher.

Pünktlich zur Ifa werben zahlreiche Händler bundesweit mit Sonderangeboten für Flachbildfernseher. „Wir hoffen, dass die Ifa die Nachfrage steigert“, sagte eine Sprecherin von Makromarkt dem Tagesspiegel. Die Filialen des Elektronik- Händlers bieten ab Donnerstag reduzierte Plasma-Fernseher an. Mediamarkt wirbt mit einem Stuntman, der während der Ifa am Kurfürstendamm in 25 Meter Höhe auf einem preisreduzierten Flachbildschirm sitzt. Der Preis für das Gerät mit einer Bilddiagonale von 94 Zentimetern liegt immer noch bei 1777 Euro. Den größten Nachfrage-Anstieg für Flachbildschirme erwarten Händler jedoch von der WM 2006. „Viele, die ohnehin über den Kauf eines solchen Fernsehers nachdenken, kaufen ihn spätestens dann“, sagte ein Sprecher von Saturn und Mediamarkt.

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