Wirtschaft : Flaute und Rabatte im Autohandel

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Berlin - Die Absatzkrise in Europa macht nun auch dem Marktführer Volkswagen zu schaffen. Konnte der Konzern bislang die Verluste in Europa durch Exporte in nicht europäische Märkte ausgleichen, fällt die Bilanz im März unterm Strich negativ aus. Im März schrumpften die weltweiten Verkäufe der im vergangenen Jahr stark gewachsenen Kernmarke VW um ein Prozent auf 532 400 Einheiten, wie der Wolfsburger Konzern am Dienstag mitteilte. Dies war der erste Absatzrückgang seit gut drei Jahren. Negativ bemerkbar machte sich für VW, dass die Verkäufe in den ehemals boomenden Regionen Russland (minus 1,4 Prozent) und Südamerika (minus 7,3 Prozent) im ersten Quartal zurückgegangen sind. Auf dem deutschen Markt brach der Absatz im März um mehr als 15 Prozent ein.

In China läuft es für VW aber nach wie vor hervorragend. Auch die Konzerntochter Audi legte hier weiter zu. Damit kann sich der Premiumhersteller im Wettbewerb mit BMW und Mercedes behaupten. Der bayerische Hersteller hat im März einen Rekordabsatz erzielt und weltweit 191 269 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft, drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In Europa sanken die Verkaufszahlen aber ebenfalls. Daimler profitierte im ersten Quartal von neuen Modellen. In den ersten drei Monaten des Jahres stand daher mit 350 530 verkauften Autos ein neuer Absatzrekord. Auf dem Heimatmarkt Deutschland fielen die Verkäufe indes um sechs Prozent.

Um Kunden zum Autokauf zu bewegen, haben die Händler zuletzt die Preise weiter gesenkt. Die jüngste Rabattstudie des Duisburger Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zeigt, dass die Preisnachlässe einen neuen Höchststand erreicht haben. Für die 30 am häufigsten verkauften Modelle werden derzeit im Schnitt 19,6 Prozent Rabatt geboten. Henrik Mortsiefer

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