Wirtschaft : Flexibel durch die Krise

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Von Flora Wisdorff

Die LufthansaMitarbeiter müssen jetzt ein halbes Jahr lang kürzer arbeiten. So sollen sie der Lufthansa aus der Krise helfen. Als der Irak-Krieg sich abzeichnete, und schon viele Passagiere nicht mehr ins Flugzeug stiegen, hatten sich die Tarifparteien auf Ausnahmeregeln geeinigt. Außergewöhnliche Umsatzeinbrüche rechtfertigen seitdem, die Arbeitszeit den schwierigen Umständen anzupassen. Die Krise aber wurde viel schlimmer, als die Lufthansa-Chefs sich je auszumalen gewagt hätten. Denn von Sars wusste man damals noch nichts.

Jetzt sind selbst die fünf Millionen Euro im Monat, die die Klauseln an Einsparungen bringen, nicht genug. Mit den Sondervereinbarungen allein wird die Lufthansa die Probleme nicht in den Griff bekommen. Das Unternehmen kündigte bereits drastischere Maßnahmen an. Im Klartext heißt das: betriebsbedingte Kündigungen.

Das heißt aber nicht, dass der mit der Gewerkschaft Verdi vereinbarte Sonderweg gescheitert wäre. Die Lufthansa muss zwar jetzt mehr sparen, als die Klauseln es erlauben. Trotzdem machen sie Sinn – und zeigen im Falle der Lufthansa, dass die Gewerkschaften nicht nur blockieren, sondern auch bereit sind, zur Überbrückung von kritischen Situationen beizutragen. Immerhin hat es die Kranich-Linie bislang auch deswegen geschafft, die Branchenkrise ohne Stellenabbau zu überstehen. Konkurrenten wie British Airways oder SAS haben dagegen Tausende ihrer Arbeitsplätze gestrichen. Die Lage der Luftfahrt bleibt kritisch. Jetzt können die Gewerkschaften beweisen, wie flexibel sie tatsächlich sind.

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