Wirtschaft : FLEXIBLE BÄNDER

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Es ist nur ein kleines Auto, aber Hersteller Opel will mit der Modellreihe in neue Dimensionen vorstoßen: Der neue Opel Corsa soll Branchenberichten zufolge künftig in nur noch 13 statt 21 Stunden gebaut werden. Auch die Produktionszeit des größeren Astra soll mit der nächsten Generation von 23 auf 15 Stunden sinken, für den Bau des Mittelklassewagens Vectra müssen bald 17 Stunden genügen. Das wären neue Rekorde in einer Branche, die unter hohem Wettbewerbsdruck steht und schon viele Optimierungsrunden hinter sich hat. „Je geringer die Zeit pro Auto, desto geringer die Kosten, desto höher der Gewinn“, sagt Wolfgang Sofka vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Noch brauchen Autohersteller durchschnittlich 25 Stunden, um ein Auto zu produzieren, beim VW-Golf doppelt so lange.

„Bei den Autokonzernen sind die Grenzen der Produktivität immer weiter hinausgeschoben worden“, sagt Eckehart Rotter, Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie. Bedingt durch den technischen Fortschritt waren im Laufe der Jahre immer weniger Beschäftigte für den Bau eines Autos nötig. So ist das Verhältnis von Umsatz zu Beschäftigten seit Beginn der 90er Jahre um 60 Prozent gestiegen. Man braucht also heute weniger als die Hälfte der Beschäftigten, um den gleichen Umsatz zu erzielen. Hier sehen viele die Grenze erreicht. Autohersteller, die ihre Produktivität weiter steigern wollen, schaffen das heute vor allem durch eine bessere Verzahnung der Arbeitsprozesse und größere Flexibilität: Wer an einem Produktionsband – je nach Nachfrage – fünf statt zwei Modelle produzieren kann, vermeidet Leerlauf, wer immer mehr Teile nur bei Bedarf von Zulieferern bauen lässt, spart ebenfalls Geld.pet

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