Wirtschaft : Flexible Laufzeiten bei Handy-Verträgen

BONN (ADN).Privatkunden des Mobilfunknetzes D1 müssen sich beim Abschluß eines Vertrags künftig nicht mehr für mindestens zwei Jahre an die Telefongesellschaft binden.Ab 15.Februar könnten Interessenten für einen Anschluß im "TellyLocal"-Tarif zwischen Laufzeiten von null, sechs, zwölf und 24 Monaten wählen, teilte die Betreibergesellschaft T-Mobil am Freitag in Bonn mit.Dabei gelten für alle Laufzeiten die selben Grund- und Verbindungspreise.Wer sich für eine kurze Vertragsdauer entscheide, müsse aber in Zukunft einen höheren Preis beim Kauf des Mobiltelefons bezahlen, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Mit dieser Entscheidung rückt nach dem Münchener Konkurrenten Viag Interkom auch die Telekom-Tochter zumindest ein Stück weit von den bisher im Mobilfunk üblichen Subventionen für Handys ab.Bisher übernehmen die meisten Netzbetreiber und Vertriebsunternehmen für Mobilfunkkarten bei Abschluß eines neuen Vertrages um die 40 Prozent des tatsächlichen Gerätepreises.Diesen Zuschuß müssen sich die Kunden aber durch lange Mindestlaufzeiten erkaufen.Nach Einführung der neuen Laufzeiten werden sich die Gerätepreise bei D1 etwa wie folgt staffeln: Für ein Telefon, das mit einem Zwei-Jahresvertrag etwa zehn DM (5,11 Euro) koste, muß der Kunde bei einer Vertragsbindung von einem Jahr 120 bis 150 DM und bei einer Laufzeit von nur sechs oder null Monaten etwa 300 DM bezahlen.Für Geschäftskunden im "ProTel"-Tarif werden die Laufzeiten (bisher zwölf und 24 Monate) voraussichtlich zum April gelockert.

Nach den Worten von T-Mobil-Geschäftsführer Rene Obermann ist der deutsche Markt im zweiten Halbjahr 1998 "quasi explodiert".Allein D1 habe in den zurückliegenden sechs Monaten 1,65 Millionen neue Kunden gewonnen.

Trotz dieser Entwicklung hat die DG Bank, Frankfurt, ihre Gewinnerwartungen für die Deutsche Telekom AG mit der Begründung gesenkt, daß der Preiskampf in der Branche das Ergebnis zunehmend belaste.Für das Jahr 1998 erwarten die Analysten ein Ergebnis je Aktie von 1,51 DM statt bisher geschätzter 1,61 DM.

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