Wirtschaft : Flucht aus Paris

Siemens zieht angeblich Geld aus Frankreich ab

Paris/Peking - In Frankreich wollen die Banken einfach nicht zur Ruhe kommen. Nicht genug, dass die Spekulanten ihnen die drohende Pleite unterstellen. Jetzt soll auch noch der Siemens-Konzern sein Geld aus der Société Générale abgezogen haben. Und auch die Chinesen scheinen das Vertrauen in die Franzosen zu verlieren: Die Bank of China soll ihre Währungsgeschäfte mit mehreren Pariser Banken zurückgefahren haben.

Ein Insider berichtete am Dienstag, Siemens habe sein Geld bereits im Juli umgeschichtet. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, der Konzern habe Guthaben von mehr als einer halben Milliarde Euro aus einer großen französischen Bank abgezogen und bei der Europäischen Zentralbank geparkt. Ziel sei es gewesen, für das Geld einen sicheren Hafen zu finden. Insgesamt habe Siemens über seine hauseigene Bank bei der EZB zwischen vier und sechs Milliarden Euro geparkt. Von der Siemens-Bank hieß es dazu, der Bericht sei „faktisch nicht korrekt“.

Auch die Bank of China habe zahlreiche Devisen-Handelsgeschäfte mit den Pariser Banken gestoppt, sagten mehrere Insider. Ein Grund seien die Herabstufungen der Kreditwürdigkeit von Société Générale und Crédit Agricole.

Der Ruf der Institute hat durch die Griechenlandkrise gelitten. Die französischen Banken sind stark in dem Land engagiert – daher fürchten Anleger im Fall einer Staatspleite empfindliche Folgen für die Institute. Seit Ende Juni hat sich der Börsenwert der großen französischen Banken deshalb halbiert. Schon mehrfach haben die Institute versucht, die Anleger zu beruhigen, indem sie auf ihre starke Kapitalausstattung hinwiesen. Das Misstrauen aber bleibt. Neben der Bank of China soll es ein weiteres Institut in China geben, das den Handel mit europäischen Geldhäusern zurückgefahren hat. mirs/rtr

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