Flüchtlinge in Deutschland : Mittelstand geht offenbar auf Distanz zu Merkel

Nach einem Zeitungsbericht mehren sich auch im Mittelstand die Stimmen gegen Angela Merkels offene Haltung in der Flüchtlingkrise.

Flüchtlinge stehen am 26.10.2015 vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin. In dem Amt in Berlins Turmstraße können Flüchtlinge sich Registrieren lassen.
Flüchtlinge stehen am 26.10.2015 vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin. In dem Amt in Berlins...Foto: dpa

In der deutschen Wirtschaft wächst die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Regierung. Nach Informationen der Wochenzeitung Die Zeit berieten in der vergangenen Woche hochrangige Vertreter der wichtigsten Wirtschaftsverbände in Berlin in kleiner Runde über die Folgen der Flüchtlingskrise. Dabei hätten sich nach Angaben von Teilnehmern praktisch alle Anwesenden „sehr besorgt“ über den anhaltenden Wanderungsdruck geäußert. 

 

Mittelstandsvertreter sehen Merkels Flüchtlingspolitik kritisch

Vor allem der Mittelstand zeige sich zunehmend skeptisch. „Die Vorstellung, dass die Flüchtlinge unser Fachkräfteproblem lösen, ist blauäugig“, sagt Michael Knipper, Chef des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie.

Viele Flüchtlinge verfügten über eher niedrige Qualifikationen. Die Regierung müsse den „weiteren unkontrollierten Zustrom begrenzen“. Man wolle nicht als „Mahner“ auftreten, heißt es in einem großen Verband. Es mache sich aber zunehmend eine „kritische Grundstimmung“ breit. Ein anderer Verbandsvertreter fürchtet sogar, dass die Flüchtlingskrise zu einem „Investitionsrisiko“ für Deutschland werden könne – denn wer würde Geld in ein Land stecken, wenn dort die gesellschaftlichen Spannungen zunähmen.

 

Die Regierung denkt über eine Lockerung des Mindestlohn nach

Um den Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, werde  dem Vernehmen nach in der Bundesregierung über eine Lockerung des Mindestlohns nachgedacht.  Denkbar seien etwa Ausnahmeregelung für berufsorientierte Praktika. Auch über eine Erhöhung des Eintrittsalters wird diskutiert, ebenso über eine Wiedereinführung der Ich-AGs – staatliche Zuschüsse für Arbeitslose, die sich selbstständig machen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.  Tsp

 

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