Flugallianz : Gemeinsam im Aufwind

Air Berlin tritt der Flugallianz Oneworld bei. Erste Kooperationen sind mit American Airlines und Finnair geplant.

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Air Berlin landet in der Allianz. Der Chef von British Airways, Willie Walsh (rechts), überreicht dem Air-Berlin-Vorstandsvorsitzenden Joachim Hunold am Dienstag in Berlin das Logo des gemeinsamen Bündnisses.
Air Berlin landet in der Allianz. Der Chef von British Airways, Willie Walsh (rechts), überreicht dem...Foto: dpa

Berlin - Air Berlin will mit starken Partnern in die Zukunft starten und tritt Anfang 2012 der Luftverkehrs-Allianz Oneworld bei. Schon ab diesem Herbst soll es erste Kooperationen geben. „Künftig können wir mit unseren Partnern ein globales Streckennetz bieten“, sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Dienstag in Berlin. Mit der Aufnahme von Air Berlin drängen die künftig 14 Partner auch stärker auf den Heimatmarkt des deutschen Branchenführers Lufthansa.

Die Entscheidung zum Beitritt von Air Berlin fiel innerhalb nur weniger Wochen, nachdem es bei der Jahrestagung des Luftverkehrsverbandes IATA Anfang Juni zu ersten Gesprächen gekommen war. Die Zugehörigkeit zu einer der großen Airline-Allianzen sei „die vielversprechendste Option für unser zukünftiges Wachstum“, sagte Joachim Hunold am Dienstag in Berlin. Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einem der Luftfahrtbündnisse sei der Aufbau eines entsprechenden Streckennetzes gewesen, sagte Hunold. „Jetzt sind wir strategisch da, wo wir hinwollten.“ Von den derzeitigen Oneworld-Mitgliedern sei man von Anfang an als gleichwertiger Partner behandelt worden. Die österreichische Air-Berlin-Beteiligung Niki wird ein angeschlossenes Mitglied der Allianz.

Unter der Schirmherrschaft von British Airways wird Air Berlin jetzt für die Vollmitgliedschaft in der Allianz vorbereitet, die zum Beginn des Jahres 2012 realisiert werden soll. Der Chef der britischen Fluggesellschaft Willie Walsh bezeichnete die Aufnahme am Dienstag als einen Meilenstein für Air Berlin ebenso wie für Oneworld. Damit werde das Angebot des Bündnisses um ein attraktives Streckennetz in Zentraleuropa erweitert, in dem auch der neue Berliner Flughafen BBI, der im Juni 2012 eröffnet werden soll, eine attraktive Rolle spielt. Der Air- Berlin-Flügel des BBI wird auch den neuen Partnern zur Verfügung gestellt, erklärte Hunold. Damit können die Partnerlinien auch ihre eigenen Angebote mit Flügen zu den Air-Berlin-Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aufstocken.

Oneworld ebne den Weg für weitere attraktive Verbindungen, sagte Berlins Flughafenchef Rainer Schwarz. Mit einem Marktanteile von mehr als 30 Prozent sei Air Berlin die stärkste Airline in der Hauptstadt und habe hier mit bisher 3,7 Millionen Passagieren 2010 bereits 140 000 mehr Fluggäste befördert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Derzeit besteht Oneworld aus American Airlines, British Airways, Cathay Pacific (Hongkong), Finnair, Iberia, Japan Air Lines, LAN (Chile/Peru), Malev (Ungarn), Mexicana, Qantas und Royal Jordanian. Beschlossen ist bereits die Aufnahme von Kingfisher Airlines (Indien) und S7 (Russland). Mit Air Berlin wird die Allianz auf 14 Airlines wachsen, die rund 9500 tägliche Flüge zu nahezu 900 Städten in fast 150 Ländern bieten und damit zum zweitgrößten Luftverkehrsbündnis Skyteam um Air France/KLM aufschließen. Das größte Bündnis, die Star Alliance, umfasst 28 Gesellschaften, darunter die Lufthansa. Die Bündnisse dienen dazu, sich gegenseitig Kunden zuzuleiten und Kosten zu drücken. Erste entsprechende Kooperationen startet Air Berlin bereits in wenigen Monaten. Ab Beginn des Winterflugplans im November 2010 werden die Gesellschaften American Airlines und Finnair Dienste unter gemeinsamen Flugnummern mit Air Berlin anbieten. Im Transatlantikverkehr werden die deutschen Drehkreuze der Air Berlin mit denen von American in den USA verbunden. Ab New York, Miami und Los Angeles bietet die Gesellschaft Anschlüsse zu zahlreichen Städten in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie der Karibik und Hawaii.

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