Fluggastrechte : Schlechte Reise

Schnee und Streiks bringen die Flugpläne durcheinander. Für höhere Gewalt haften die Airlines nicht. Aber viele drücken sich nur.

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Eines langen Tages Reise in die Nacht: In der vergangenen Woche strandeten 3000 Fluggäste in Frankfurt am Main.
Eines langen Tages Reise in die Nacht: In der vergangenen Woche strandeten 3000 Fluggäste in Frankfurt am Main.Foto: dpa

Es war eine harte Woche für Reisende. Am Dienstag legte der Schnee Deutschlands wichtigsten Flughafen – Frankfurt am Main – praktisch lahm, Tausende strandeten. Viele verbrachten die Nacht auf Feldbetten oder Flughafenstühlen. Am Freitag traf es dann das Rheinland. Um Lohnerhöhungen für die Sicherheitsbediensteten durchzusetzen, bestreikte die Gewerkschaft Verdi die Airports in Köln/Bonn und Düsseldorf. Zahlreiche Flüge fielen aus – in Düsseldorf zum siebten Mal seit Dezember. Seitdem konnten über 100 000 Reisende ihre Flüge nicht antreten. Ob sich der Arbeitskampf auch in die Osterferien zieht, bleibt abzuwarten. An diesem Montag wird weiterverhandelt.

Für die Passagiere ist das bitter. Denn Schneechaos und Streiks sind klassische Fälle von außergewöhnlichen Umständen. Das heißt: Die Airline muss sich zwar um die Betreuung ihrer Kunden kümmern, Schadensersatz können die gestrandeten Passagiere aber nicht verlangen. Denn für das Wetter und den Arbeitskampf des Sicherheitspersonals können die Fluggesellschaften nun einmal nichts.

Doch oft versuchen die Airlines, sich mit dem Verweis auf außergewöhnliche Umstände auch dann aus der Affäre zu ziehen, wenn sie sehr wohl die Verantwortung für Pleiten, Pech und Pannen tragen. „Die Unternehmen lassen die Leute erst einmal abblitzen“, sagt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin. „Entweder reagieren sie auf die Schreiben der Kunden gar nicht oder sie reden sich mit außergewöhnlichen Umständen heraus.“ Etwa dem Wetter. Einen solchen Fall hat die Verbraucherschützerin gerade auf ihrem Tisch. Wegen heftiger Gewitter habe man im vergangenen Juli nicht von Berlin-Tegel starten können, behauptet eine Airline. Klaar hat recherchiert und herausgefunden: „Das stimmt nicht.“ In Wirklichkeit hatte die Maschine einen technischen Defekt – und für den muss die Airline haften.

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