Wirtschaft : Fluggesellschaft baut virtuelles Dienstleistungsnetz aus

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Die Lufthansa will auch in Zukunft ihren Weg hin zum Aviation-Konzern und damit zum Anbieter luftfahrtbezogener Dienstleistungen konsequent fortsetzen und dabei auch das Internet intensiv nutzen. "Im 21. Jahrhundert wird die Lufthansa sowohl in den realen Netzen des Transports als auch in den virtuellen Netzen des e-Business eine führende Rolle einnehmen", sagte Lufthansa-Vorstandschef Jürgen Weber am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Schon bald sollen auch die Lufthansa-Jets internet-tauglich sein, so dass sich die Passagiere auch in der Luft ins World-Wide-Web einklinken können. Trotz schwieriger Bedingungen hat die Lufthansa 1999 mit einem Vorsteuer-Gewinn von knapp zwei Milliarden Mark das zweitbeste Ergebnis überhaupt erzielt. In diesem Jahr will die Airline vor dem Hintergrund der anziehenden Konjunktur und wieder steigender Flugpreise das operative Ergebnis zumindest um zehn Prozent steigern.

Im ersten Quartal 2000 konnte die Lufthansa den Umsatz um rund 18 Prozent auf 6,2 Milliarden Mark und das operative Ergebnis sogar um 22 Prozent auf 194 Millionen Mark erhöhen. Für Weber und Finanzchef Karl Ludwig Kley ist dies eine gute Basis für ein insgesamt positives Geschäftsjahr, dass zudem für die Lufthansa auch durch die Expo in Hannover zusätzlichen Schub erhält. Der hohe Ölpreis könne der Airline dabei, so Kley, nicht in die Quere kommen. Für das erste Halbjahr seien nahe 100 Prozent der notwendigen Treibstoffkäufe bei einem Kurs von rund 17,50 Dollar pro Barrel Rohöl gesichert, für das zweite Halbjahr 80 und für die Jahre 2001 und 2002 zwischen 40 und 50 Prozent.

Dagegen klagt Vorstandchef Weber weiter über "einschnürende Engpässe" in der Infrastruktur bei Flughäfen und Flugsicherung und über daraus resultierende Warteschleifen und Verspätungen. "Pro Tag fliegen unsere Jets 38 Stunden Wartezeiten. Dafür verbrauchen wir jedes Jahr unnötigerweise 100 000 Tonnen Kerosin im Jahr". Eine Klage gegen die Bundesregierung wegen Untätigkeit liege fertig in der Schublade.

Hochzufrieden sind Weber und Kley mit der Star-Allianz, der mittlerweile 13 Airlines angehören und zu der im Sommer noch Britisch Midland und Mexicana hinzustoßen werden. Die Allianz hat nach Angaben von Kley 1999 rund 500 Millionen Mark zum Ergebnis beigetragen. Die Zusammenarbeit soll weiter vertieft werden.

Dafür und für weitere Projekte sieht Weber die Lufthansa bestens aufgestellt. 1999 habe sie rund ein Drittel der gesamten Gewinne aller im Weltlinienluftverkehr tätigen Gewinne erwirtschaftet, auch wenn der Überschuss mit gut 1,2 Milliarden Mark rund 14 Prozent unter dem Rekordgewinn von 1998 geblieben ist. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 25 Milliarden Mark.

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