Fluggesellschaft : Etihad Airways zieht an den Potsdamer Platz

Der Air-Berlin-Großaktionär will neue Arbeitsplätze schaffen. Sein Umzug könnte den Eigentümerwechsel der Daimler-City vorantreiben.

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Bürokomplex in Berlin Mitte
Vom Quartier Potsdamer Platz aus lenkt Etihad künftig sein Europageschäft.Thilo Rückeis

Berlin - Die arabische Fluggesellschaft Etihad Airways zieht an den Potsdamer Platz. Im April 2013 werde das Unternehmen im Bürokomplex an der Linkstraße 2 seine neue europäische Hauptniederlassung eröffnen, teilte die Fondsgesellschaft SEB Asset Management, die das sogenannte „Quartier Potsdamer Platz“ verwaltet, am Montag mit. Demnach hat die Airline einen Zehn-Jahres-Vertrag für den Standort abgeschlossen und wird künftig im achten Stockwerk des Gebäudes auf 1600 Quadratmetern Bürofläche residieren.

Bereits im März hatte Etihad angekündigt, den Deutschlandsitz von München nach Berlin zu verlegen. Der Umzug sollte eigentlich schon im Juni dieses Jahres erfolgen. „Deutschland ist von enormer Bedeutung für unser globales Netzwerk“, erklärte James Hogan, Präsident und Geschäftsführer, damals. Die Wahl sei auch deshalb auf Berlin gefallen, damit die Fluglinie ihre strategische Partnerschaft mit Air Berlin besser nutzen könne.

Araber auf Expansionskurs

Etihad Airways, Nationalfluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate, transportierte im Jahr 2011 8,3 Millionen Passagiere. Die Flugzeugflotte umfasst derzeit 70 Maschinen und soll in den kommenden Jahren vergrößert werden. Im Dezember 2011 hatte das Unternehmen seine Beteiligung an Air Berlin auf 29 Prozent ausgeweitet. Die Araber sind somit größter Einzelaktionär der Berliner. Gemeinsam haben die Fluggesellschaften das Streckenangebot in die Vereinigten Emirate im vergangenen Jahr kontinuierlich ausgebaut: Von Deutschland aus fliegt Etihad Airways zweimal täglich ab Frankfurt, täglich ab München und viermal wöchentlich von Düsseldorf nach Abu Dhabi, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz und Heimatflughafen hat.

Mit der neuen Europa-Zentrale sollen langfristig auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Aktuell beschäftigt Etihad hierzulande 50 Mitarbeiter. Drei Vertriebsbüros in München, Frankfurt am Main und Düsseldorf will das Unternehmen beibehalten.

Der Potsdamer Platz als Ladenhüter

Zum Quartier Potsdamer Platz gehören unter anderem die Potsdamer Platz Arkaden und das Stage Theater. Das Areal umfasst zehn Straßen und 550 000 Quadratmeter Nutzfläche. Neben Einzelhändlern und Büros beinhalten die Gebäude Wohnungen und Hotels. Der Eigentümer beabsichtigt seit längerem, die Immobilien zu verkaufen. Die vom SEB-Fonds veranschlagten 1,4 Milliarden Euro Kaufpreis wollte bislang jedoch niemand zahlen. Es soll lediglich ein Angebot über eine Milliarde Euro vorliegen, heißt es. Vor allem, weil mit Daimler 2014 ein Großmieter das Ensemble verlässt und nach Friedrichshain zieht, gestalte sich der Verkauf schwierig, sagen Branchenkenner. Denn noch gibt es keine Pläne für die Nachnutzung.

Die Entscheidung von Etihad könnte deshalb als positives Signal wirken. Zuletzt haben unter anderem der Außenwerbespezialist Ströer und der Burda-Verlag Mietverträge unterzeichnet und verlängert.

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