Fluggesellschaft Niki : Niki Lauda verkauft an Air Berlin

Die Kontrolle über seine im Jahr 2003 gegründete Fluggesellschaft gibt Niki Lauda komplett an Air Berlin ab. Der Ex-Rennfahrer erhält einen Posten im Verwaltungsrat.

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Wiener Rotkäppchen. Niki Lauda verkauft an Air Berlin.
Wiener Rotkäppchen. Niki Lauda verkauft an Air Berlin.Foto: dapd

Das Stühlerücken im Verwaltungsrat von Air Berlin geht weiter: Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda wird als zusätzliches Mitglied in das sogenannte Board der Fluggesellschaft einziehen, die als Gesellschaft britischen Rechts firmiert. Zugleich gibt er die Kontrolle über seine im Jahr 2003 gegründete Fluggesellschaft Niki komplett an Air Berlin ab.

Der Österreicher zieht sich aus dem operativen Geschäft bei Niki zurück und werde künftig „von oben herunter“ die Geschicke der Airline mitbestimmen und den Air-Berlin-Konzern durch die Krise führen, wie er am Dienstag in Wien sagte. „Alle, die sich jetzt freuen, dass der Niki jetzt weg ist – das wird sicher nicht passieren. Für mich geht überhaupt nichts zu Ende. Für mich geht der logische Schritt jetzt weiter“, sagte der Manager mit Pilotenlizenz.

So bestimmt Lauda jetzt als eines von künftig 14 Mitgliedern im Board über das Schicksal von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft. Air Berlin wiederum übernimmt die volle Kontrolle über Niki. Die war bisher schon sehr weitreichend: Bereits im Juli 2010 hatte Air Berlin unter dem damaligen Chef Joachim Hunold den Anteil an der viel kleineren Gesellschaft auf 49,9 Prozent aufgestockt und zugleich mit Lauda einen freundschaftlichen Deal geschlossen. Air Berlin gewährte ihm ein Darlehen über 40,5 Millionen Euro. Drei Jahre gab man ihm Zeit, es entweder zurückzuzahlen oder die verbleibenden 51,1 Prozent zu überschreiben. Lauda entschloss sich nun also vorzeitig, die Anteile ganz abzugeben.

Das geschieht allerdings nicht direkt. Er überschreibt formal seine Anteile an eine österreichische Privatstiftung. Damit vermeiden beide Partner mögliche Komplikationen bei der Neuverhandlung von Flugrechten. Nach dem gleichen Modell hatte bereits die Lufthansa die Austrian Airlines übernommen. In jedem Fall muss Air Berlin keine Barmittel aufbringen, um die Übernahme zu stemmen.

Mit der vorzeitigen Klärung der Verhältnisse zu Niki könnte nun wieder etwas Ruhe bei Air Berlin einkehren. Erst vergangene Woche hatte Christoph Debus, zuständig für das operative Geschäft, das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Ersetzt wurde er durch Helmut Himmelreich, der nun vielleicht neben Lauda im Board Platz nehmen kann. (kph, rtr)

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