Wirtschaft : Fluggesellschaft SAS wird zerlegt

Aufsichtsrat billigt Sparkurs / Mitarbeiter verzichten auf Lohn

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Stockholm (hst/HB). Die Aufteilung der skandinavischen Fluggesellschaft SAS ist beschlossen: Konzernchef Jørgen Lindegaard erhielt nach mehrstündigen Verhandlungen des Aufsichtsrats grünes Licht für seine Pläne. Danach soll SAS in eine dänische, eine norwegische und eine schwedische Airline aufgespalten werden. Sie werden Töchter einer Holding sein, die für interkontinentale Flüge verantwortlich sein wird.

Lindegaard setzte sich zudem größtenteils mit seiner Forderung nach massiven Lohnkürzungen und einer Arbeitszeitverlängerung für große Teile der rund 34 000 SAS Mitarbeiter durch. Einzelheiten über die Aufteilung sollen nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 23. März bekannt gegeben werden. Lindegaard betonte, dass der gesamte SAS-Betrieb „relativ unverändert“ weiter arbeiten werde. Die Neuausrichtung biete aber bessere Möglichkeiten der Kosteneinsparungen. Nach der fast sechsstündigen Sitzung unterstrich er, dass sein im vergangenen Jahr vorgelegtes Sparprogramm wie geplant durchgesetzt werde. Danach will die SAS bis Ende 2005 insgesamt 14 Milliarden Kronen einsparen.

Eines der Probleme für die Gesellschaft sind die Tarifverhandlungen, die derzeit mit 39 Gewerkschaften in drei Ländern geführt werden müssen. Durch die Aufteilung in drei nationale Einheiten würden die Verhandlungen deutlich vereinfacht werden, sagte Lindegaard. Für die norwegische SAS-Sparte wurde gestern bereits ein Name präsentiert: „SAS Braathens“.

Die 1918 gegründete Fluggesellschaft SAS befindet sich zur Hälfte in dem Besitz des dänischen, norwegischen und schwedischen Staates. Im vorigen Jahr flog sie ein Minus von 164 Millionen Euro ein, der größte Verlust in der Konzerngeschichte.

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