Wirtschaft : Fluggesellschaften: Airline-Krise trifft auch MTU

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Der drastische Geschäftseinbruch bei den internationalen Fluglinien und Flugzeugherstellern trifft auch die Triebwerkhersteller: Die Münchner MTU Aero Engines (vormals Motoren- und Turbinen-Union), die zum Daimler-Chrysler-Konzern gehört, verlor in nur einer Woche rund 25 Prozent ihres Geschäfts mit Ersatzteilen. Das sagte MTU-Chef Klaus Steffens dieser Zeitung. Auch die Instandhaltung sei betroffen. Für das Gesamtjahr rechnet Steffens mit einem Geschäfts-Rückgang zwischen zehn und 15 Prozent.

Triebwerkhersteller verdienen nur mit Ersatzteilen und der Instandhaltung von Triebwerken Geld. Die Entwicklung von Triebwerken und der Erstausrüstung von Flugzeugen dagegen ist ein Verlustgeschäft. Deshalb trifft der Einbruch des Ersatzteil- und Instandhaltungsgeschäfts das Unternehmen MTU besonders hart.

Dennoch werde es bei MTU in Deutschland keine Entlassungen geben, sagte Steffens. Das Unternehmen mit rund 7200 Mitarbeitern ist im brandenburgischen Ludwigsfelde mit zwei Unternehmensteilen vertreten. Steffens sagte, er sei froh, wenn es bei einem Abbau von 120 Arbeitsplätzen - in der Instandhaltung im kanadischen Vancouver - bleibe. Bisher würden in Deutschland die immer noch gut gefüllten Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter abgebaut, befristete Verträge nicht verlängert und Leiharbeitsverhältnisse aufgelöst. Kurzarbeit könne er nicht ausschließen.

Der Triebwerkshersteller MTU hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend von seiner Abhängigkeit vom Rüstungsgeschäft verabschiedet und leidet auch deshalb jetzt besonders unter dem Einbruch der zivilen Luftfahrt. Steffens: "Wir hoffen, dass möglichst wenige unserer Airline-Kunden in ernste Schwierigkeiten geraten." Nur noch 18 Prozent des Umsatzes von zulezt 2,1 Milliarden Euro entfielen auf den militärischen Bereich.

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