Fluggesellschaften : Bei Lufthansa drohen neue Streiks

Bei der Deutschen Lufthansa stehen weitere Streiks bevor - möglicherweise schon in dieser Woche. Am Dienstag sind die Tarifverhandlungen zwischen der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo und der Fluggesellschaft gescheitert.

Frankfurt/MainDie Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) wollte noch am Dienstag über ihr weiteres Vorgehen beraten. Arbeitskampfmaßnahmen noch in dieser Woche seien nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher.

Seit Anfang Dezember ringen beide Seiten um einen Tarifvertrag. Ufo will für die rund 16.000 Flugbegleiter Einkommenserhöhungen von 15 Prozent bei einem Jahr Laufzeit durchsetzen und hat dieser Forderung schon mehrfach mit Warnstreiks Nachdruck verliehen. Die Lufthansa hatte ein Paket von rund zehn Prozent mehr Geld einschließlich einer Ergebnisbeteiligung bei 14 Monaten Laufzeit vorgelegt. "Wir haben auf allen notwendigen Ebenen Spielraum erkennen lassen", sagte eine Lufthansa-Sprecherin, ohne Details zu nennen.

Der Gewerkschaftssprecher wies der Lufthansa die Verantwortung für das Scheitern zu. Sie habe nicht auf ein am Dienstag vorgelegtes Kompromisspapier reagiert, in dem Ufo ein deutliches Entgegenkommen signalisiert habe. Man sehe nun keine Möglichkeit mehr, weiter zu sprechen.

Lufthansa: Ufo soll an Verhandlungstisch zurückkehren

"Ufo hat die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Das ist gerade auch vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage enttäuschend", sagte eine Lufthansa-Sprecherin. "Wir möchten diesen Konflikt am Verhandlungstisch lösen und fordern Ufo auf, dorthin zurückzukehren."

Tarifkommission und zentrale Streikleitung der kleinen, nicht im DGB organisierten Gewerkschaft berieten noch am Dienstag über das weitere Vorgehen. Nach den Worten des Sprechers könnten Warnstreiks bereits in dieser Woche den Flugverkehr beeinträchtigen. Auch über ein Urabstimmung zur Vorbereitung eines unbefristeten Arbeitskampfes werde gesprochen.

Bei der Ufo sind angeblich mehr als die Hälfte der Lufthansa- Flugbegleiter organisiert. Die Spezialgewerkschaft hatte den Tarifabschluss der Gewerkschaft ver.di vom Sommer nicht anerkannt und pocht auf einen eigenen Abschluss. (imo/dpa)

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