Wirtschaft : Fluggesellschaften: Ein Mehr an Sicherheit hat seinen Preis

Martina Ohm

Wer sich jetzt ernsthaft darüber beschwert, dass die Flugtickets teurer werden, der hat nichts begriffen. Selten hat es einen so eindeutigen weil nachvollziehbaren - kurz: einen so guten Grund für eine Preiserhöhung gegeben wie jetzt. Fliegen wird teuer, weil es sicherer werden soll. Die absolute Sicherheit gibt es zwar nicht. Aber die Maßnahmen, die Politiker und Unternehmer nach den Terroranschlägen in den USA auf den Weg gebracht haben, gibt es nicht zum Nulltarif. Wäre Sicherheit nur für acht bis 16 Dollar zu haben, man könnte sich beglückwünschen. Der wahre Preis für mehr Sicherheit lässt sich natürlich nicht in Mark und Pfennig fassen. Mehr Geld für den Wochenendtrip nach Köln oder München aber beschneidet unsere Freiheit nun wirklich nicht. Dass der Sicherheitszuschlag diejenigen mehr trifft, die weniger verdienen, liegt in der Natur der Sache. Aber Hand aufs Herz: Wer fliegen will, wird Mehrbeträge von vielleicht 20 oder auch 30 Mark locker wegstecken können. Empörung ist also deplatziert. Beunruhigend ist dagegen vielmehr, dass keiner weiß, wie krass der Einbruch im Flugverkehr letztlich wird. Natürlich gibt es Ungereimtheiten: Ob die Anschläge die angekündigten Massenentlassungen in vollem Umfang rechtfertigen, müsste erst noch nachgewiesen werden. Und auch das Gebahren der Versicherungswirtschaft, die Airlines und Regierungen panikartig die Pistole auf die Brust gesetzt hat, erscheint zumindest zweifelhaft. Doch die Situation der Fluggesellschaften hat sich nach den Überfällen drastisch verändert. Schon vor dem 11. September waren die Aussichten - bedingt durch die Konjunkturflaute - alles andere als rosig. Die diffusen Ängste mögen übertrieben sein. Aber die Verunsicherung der Kunden trifft die Unternehmen. Darauf gibt es nur eine richtige Antwort: mehr Sicherheit.

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