Wirtschaft : Fluggesellschaften: Europas Airlines fliegen eigene Wege

Martina Ohm

Wie haben uns die unzähligen Firmenübernahmen und Zusammenschlüsse in den vergangenen Jahren beschäftigt. Beinahe täglich. Allein Europas Luftfahrtgesellschaften machten sich rar. Denn anders als in den USA, wo American Airlines jetzt die angeschlagene TWA übernehmen möchte, gibt es in Europa gravierende Hürden für Fusionen. Europa hat zwar den Binnenmarkt und den Euro, aber immer noch national geregelte Lufträume. Auch ein europäisches Luftfahrtabkommen mit den USA gibt es nicht, wohl aber bilaterale Verträge, die strikt an die jeweiligen Fluggesellschaften gebunden sind. Das heißt: Wer fusionieren will, risikiert, begehrte Lande- und Abflugrechte zu verlieren. Unter anderem scheiterte genau aus diesem Grund unlängst das Bemühen von KLM mit British Airways zu fusionieren. Aus der Not haben Europas Airlines indes eine Tugend gemacht. Die aktuelle Fusion in USA tangiert die Europäer nicht. Seit einigen Jahren überzieht ein dichtes Netz lockerer Allianzen den Himmel über Europa, das den Unternehmen lukrative Zusatzgewinne beschert - ein ordentliches Polster für noch besseren Service und hohen technischen Standard. Dabei haben alle, ob Star Alliance um Lufthansa, Oneworld um British Airways, die Qualiflyer Group um Swissair oder Skyteam um Air France - gezielt auch amerikanische Partner an ihrer Seite. Zum Vorteil der Kundschaft. Nicht unbedingt beim Preis, obwohl die Allianzen tendenziell die Auslastung verbessern und zusätzliche Spielräume bei der Kalkulation eröffnen. Vor allem aber ermöglichen die Kooperationen einen dichteren Flugplan und kundenfreundlichere Verbindungen.

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