Wirtschaft : Fluggesellschaften: Lufthansa verlangt Zuschlag

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Nach den Terroranschlägen in den USA wollen jetzt auch Lufthansa und Deutsche BA ihre Ticketpreise um acht Dollar pro Strecke erhöhen. Der Ticketzuschlag gelte weltweit vom 1. Oktober an, teilte Lufthansa mit. Außerdem sollten auch die Preise für die Fracht erhöht werden. Am Montag hatte schon die niederländische Fluggesellschaft KLM einen Sicherheitszuschlag von fünf Dollar pro Ticket angekündigt.

"Es wird keine Airline geben, die darum herumkommt", sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Ellerbeck zu den Preiserhöhungen infolge der Terroranschläge in den USA. Auch die Lufthansa könne die Mehrkosten nicht alleine schultern und müsse sie teilweise an die Kunden weitergeben. So werde die Lufthansa vom kommenden Montag an weltweit bei allen Flügen einen Streckenzuschlag von acht Dollar oder umgerechnet 17 Mark verlangen. "Für einen Flug von Berlin über Frankfurt am Main nach Singapur wird also viermal der Zuschlag fällig." Der Aufpreis für Hin- und Rückflug liege damit bei rund 68 Mark. Dieser Aufschlag werde gesondert auf den Tickets ausgewiesen und gelte "bis auf weiteres". Bereits ausgestellte und bezahlte Flugscheine seien von der Erhöhung nicht betroffen.

"Der krisenbedingte Aufwand, etwa für Sicherheitsmaßnahmen, Versicherungsprämien und andere Fixkosten, ist branchenweit erheblich gestiegen", sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber dem Tagesspiegel. Sowohl die Sicherheitsmaßnahmen am Boden wie in der Luft seien stark erhöht worden. So werde künftig verstärkt bewaffnetes Sicherheitspersonal - so genannte sky marshals - auf den Flügen eingesetzt. Außerdem seien schon die Versicherungsprämien für Schäden an Dritten gestiegen und bei der Kasko-Versicherung sei mit einer Verzehnfachung der Prämien zu rechnen.

Als Folge der Attentate und eines geringeren Flugaufkommens werde die Lufthansa außerdem Flüge streichen: So werde das Angebot bei den Nordatlantik-Verbindungen um ein Fünftel verringert werden. Zusätzlich zu den bisherigen Flugstreichungen in die USA und innerhalb Europas entfielen einige Verbindungen von Frankfurt nach Atlanta, Dallas, Houston, Philadelphia und Phoenix sowie von München nach Los Angeles. Eingestellt werden soll auch eine der fünf täglichen Flugverbindungen von Deutschland nach New York.

Auch das Frachtgeschäft ist von den Folgen der Terroranschläge berührt: "Vom 8. Oktober an werden wir einen Zuschlag von 0,15 Euro pro Kilogramm Fracht verlangen", sagte der Sprecher von Lufthansa-Cargo, Dietrich Seidl. Sollte sich die politische Situation noch verschärfen, könne es auch noch mehr werden.

Mit diesen Maßnahmen folgt die Lufthansa anderen Fluglinien: Schon Anfang der Woche hatte die niederländische Fluggesellschaft KLM als erste Airline mitgeteilt, dass sie vom 16. Oktober an für Flüge in die USA, den Nahen Osten und nach Israel an einen Sicherheitszuschlag von fünf Dollar pro Ticket verlangen werde.

Nachgezogen hat am Freitag auch die Deutsche BA. Die Ticketpreise würden noch im Oktober um acht Dollar pro Streckenabschnitt erhöht, hieß es bei der Deutschen BA in München. "Neben den Mehrkosten für verstärkte Sicherheitsmaßnahmen ist die Deutsche BA von den gestiegenen Versicherungsprämien getroffen", begründete Rudolf Hengefeld, Leiter Verkauf & Marketing, die Entscheidung.

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