Wirtschaft : Flughafen Leipzig/Halle hat hochfliegende Pläne

LEPIZIG (cbu/HB).Der Flughafen Leipzig/Halle will mittelfristig Anschluß an die großen Airport-Standorte in Deutschland finden.Das machte jetzt Volkmar Stein, Geschäftsführer der Flughafen Leipzig/Halle GmbH, deutlich.Bis zum Jahr 2015 rechnet Stein mit einem Aufkommen von bis zu 7 Millionen Passagieren in Leipzig, gegenüber heute wäre das etwa eine Verdreifachung.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 2,2 Millionen Passagiere abgefertigt, davon entfallen etwa zwei Drittel auf den saisonal stark schwankenden Charterverkehr.Für 1998 rechnet Stein trotz des internationalen Wachstums im Flugverkehr mit einer Stagnation der Passagierzahlen.Damit ist der Flughafen, der derzeit über eine Kapazität von 3,5 Millionen Passagiere verfügt, bei weitem nicht ausgelastet.Die Airport-Gesellschaft schreibe trotzdem im operativen Geschäft schwarze Zahlen, betonte Stein.

Der Hauptgrund für die schleppende Entwicklung ist die schwierige wirtschaftliche Situation in der Region.So sei die Nachfrage nach Fernreisen stagnierend, erklärte Stein.Zudem entwickele sich der Geschäftsreiseverkehr nicht so dynamisch wie erhofft.Die Zahl der Pendler aus den alten Ländern, die für das Wochenende nach Hause fliegen, gehe im Vergleich zur Nach-Wende-Zeit zurück.Dazu komme die geringe Zahl von Direktflügen zu europäischen Zielen.Die wichtige Verbindung nach London wurde kürzlich eingestellt.

Derweil investiert der Flughafen Leipzig/Halle kräftig in die Zukunft.Nachdem seit der Wende bereits 700 Mill.DM in den Standort, unter anderem in ein neues Terminal, gesteckt wurden, wird jetzt für rund 1,1 Mrd.DM eine neue, 3600 Meter lange Start- und Landebahn gebaut.Fertigstellung ist für März 2000 geplant.Gleichzeitig wird ein neues Zentralgebäude sowie ein Parkhaus für zusammen 225 Mill.DM errichtet.Zudem ist eine Ausweitung der Einzelhandelsflächen auf 2500 bis 5000 Quadratmeter geplant.Derzeit kommen noch mehr als 80 Prozent der Einnahmen der Flughafengesellschaft aus dem Flugverkehr.

Die Investitionen von insgesamt über 2 Mrd.DM werden in erster Linie von den Anteilseignern, insbesondere vom Freistaat Sachsen (58 Prozent) und von Sachsen-Anhalt (17,8 Prozent), getragen.Die übrigen Anteile halten fünf Umlandgemeinden, darunter Leipzig (11 Prozent) und Halle (7,3 Prozent).Eine Privatisierung der Flughafengesellschaft ist nach den Angaben Steins frühestens ab 2003 geplant.Leipzig/Halle kooperiert mit München und Stuttgart, eine Kapitalverflechtung sei nicht geplant.Leipzig/Halle solle unabhängig bleiben.Ab 2002 soll der neue ICE-Bahnhof, der direkt unter den Abfertigungsschaltern liegen wird, in Betrieb gehen.Damit betrage die Fahrzeit nach Berlin nur noch etwa 75 Minuten, erklärte Stein.Schon heute würden 10 bis 15 Prozent der Charterkunden aus dem Großraum Berlin kommen.

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