Wirtschaft : Fluglinie setzt 1999 in der Region Berlin mehr als eine Milliarde Mark um

Rainer W. During

Vorerst wird das Unternehmen keinen Direktflug von Berlin in die USA anbieten - den Großflughafen Schönefeld erwartet man für 2007Rainer W. During

Der Lufthansa-Konzern hat seinen Umsatz in der Hauptstadtregion im vergangenen Jahr um 25 Prozent steigern können und damit erstmals die Milliardengrenze knapp überschritten. Die Zahl der Mitarbeiter bei den insgesamt 24 Tochter- und Beteiligungsunternehmen wurde um 500 auf 4135 Beschäftigte gesteigert. Damit gehört die Lufthansa-Gruppe zu den zehn größten Unternehmen in der Region Berlin / Brandenburg.

Die Lufthansa, die ihren Berlin-Umsatz 2000 erneut um acht Prozent steigern will, geht davon aus, dass der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg International planmäßig im Jahr 2007 in Schönefeld in Betrieb gehen wird. "Für uns ist wichtig, dass der öffentliche Verkehr von diesem einen Flughafen abgewickelt wird", erklärte der Vorstandsbeauftragte für Wirtschaft und Politik, Ekkehard Tschirner, am Dienstag. Diese Bündelung sei erforderlich, um aus dem Umsteigeverkehr internationale Verbindungen zu entwickeln. "Ob Tegel oder Tempelhof als Regierungs- oder Wirtschaftsflughafen erhalten bleiben, ist nicht unsere Sache".

"An keinem anderen Standort ist unser Konzern mit einer solchen Vielfalt vertreten", sagte Tschirner bei der Vorstellung der vorläufigen Ergebnisse. Allein im Passagierbereich wurden rund 375 Millionen Mark umgesetzt, gut 25 Millionen mehr als 1998. Ein Drittel der 4,2 Millionen Berlin-Passagiere nutzte die Rennstrecke nach Frankfurt. Obwohl der Anteil der Business-Class-Kunden seit dem Regierungsumzug deutlich angestiegen sei, liege die Zahl der Berlin-Flüge noch deutlich unter dem Durchschnitt. Um Kapazitätsengpässe abzubauen, sollen ab Beginn des Sommerflugplans vorrangig auf den Routen nach Frankfurt, Düsseldorf und München verstärkt Großraumjets des Typs Airbus A300-600 zum Einsatz kommen.

Die von Politik und Wirtschaft immer wieder geforderte Nonstop-Verbindung in die USA werde eingerichtet, "sobald es eine realistische Chance gibt, einen solchen Flug wirtschaftlich zu betreiben", sagte Tschirner. Das sei in diesem Jahr aber noch nicht der Fall. Gemeinsam mit dem amerikanischen Allianzpartner United analysiere man aber weiter den Markt. Als positiv bewertete Tschirner die Ansiedlung der neuen Tochtergesellschaft Condor Berlin. Die Charterfluggesellschaft werde ihre Flotte zum Jahresende um vier weitere Airbusse auf insgesamt zwölf Maschinen erweitern. 1999 wurden 1,2 Millionen Passagiere befördert.

Das Simulatoren-Zentrum am Flughafen Schönefeld hat sich zu einem "Kompetenzzentrum für die fliegerische Ausbildung mit internationalem Renommee entwickelt", erklärte Ekkehard Tschirner. Piloten von rund 40 internationalen Airlines absolvierten 1999 in den sechs Flugsimulatoren 19 500 Einsatzstunden und brachten der Region mehr als 30 000 Hotelübernachtungen. Auf Expansionskurs bewegt sich auch die ebenfalls in Schönefeld beheimatete Lufthansa-Technik. Der Standort fungiert jetzt auch als Regionalzentrum für Ostdeutschland.

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