• Fluglinien streichen erste Nahost-Flüge Luftfahrt richtet sich auf Störungen durch den Irak-Krieg ein

Wirtschaft : Fluglinien streichen erste Nahost-Flüge Luftfahrt richtet sich auf Störungen durch den Irak-Krieg ein

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Berlin (fo). Die Luftfahrt und Tourismusbranche bereitet sich auf einen Irak-Krieg vor. British Airways (BA) streicht mit sofortiger Wirkung alle Flüge nach Israel und Kuwait. Die Deutsche Lufthansa fliegt vorerst weiter. Allerdings werde die Lage ständig überprüft, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Für Ziele in Asien hat sich die deutsche Airline bereits auf eine neue Flugroute entlang der klassischen Seidenstrasse eingerichtet. Normalerweise führt die Route über den Nahen Osten. Urlaubsanbieter wie TUI oder Condor sehen noch keinen Anlass, bestimmte Gebiete zu meiden. Nach eigenen Aussagen könne aber schnell reagiert werden.

Im Falle eines Krieges rechnet die europäische Luftraumüberwachung Eurocontrol mit Engpässen und Verspätungen im Luftverkehr. Es müssten dann Ausweichrouten benutzt werden, die weniger Kapazitäten hätten und zu Umwegen führen könnten, sagte Eurocontrol-Direktoriumsmitglied Gerhard Stadler in Brüssel. Es lägen aber noch keine Informationen vor, welche Lufträume die Militärs beanspruchen wollen. Normalerweise erhalte Eurocontrol solche Informationen von der Nato, doch sei es jetzt ungewiss, ob die Allianz überhaupt informiert werde. Möglicherweise werde Eurocontrol erst über die Mitgliedsstaaten erfahren, welche Lufträume gesperrt werden.

Airlines und Ferienanbieter verweisen darauf, dass seit den Anschlägen vom 11. September die Sicherheitsvorkehrungen auf Flughäfen sowie in den Flugzeugen schon stark erhöht worden seien. Zusätzliche Kontrollen könnten mit Beginn eines Krieges neben amerikanischen auch auf spanische und australische Fluggesellschaften ausgedehnt werden, sagte der Sprecher des Bundesgrenzschutzes in Frankfurt, Klaus Ludwig. Wegen der Unterstützung des Irak-Krieges durch ihre Heimatregierungen gelten diese Airlines als potenzielles Ziel von Anschlägen.

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