Wirtschaft : Fluglotsen drohen mit Sommer-Streik

Tarifverhandlungen gescheitert

Düsseldorf - Sommer ist Urlaubszeit, deshalb verdienen die Fluggesellschaften dann normalerweise besonders gut. Doch dieses Jahr wird daraus vielleicht nichts werden, weil Deutschlands Fluglotsen mit Streik drohen. Bis zu 10 000 Flugbewegungen koordinieren sie täglich, ohne sie geht nichts am Himmel.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Flugsicherung für gescheitert erklärt. Das sagte der Sprecher der Gewerkschaft, Matthias Maas am Mittwoch in Frankfurt am Main. „Unsere Tarifkommission hat einen Antrag auf die Bewilligung von Arbeitskampfmaßnahmen gestellt“, sagte Maas. Der Bundesvorstand werde schon am heutigen Donnerstag darüber entscheiden. Mögliche Wege sind eine Urabstimmung oder der sofortige Aufruf zum Streik noch am Donnerstag. Allerdings gebe es auch in diesem Fall noch den möglichen Vorbehalt einer Schlichtung, die Streiks vorerst unmöglich machen würde.

Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn. Viel zu viel, findet ihr staatlicher Arbeitgeber, die Deutsche Flugsicherung. Das Unternehmen muss im Zuge einer EU-Vorgabe ab 2012 ohnehin schon die Gebühren senken. Höhere Löhne zu bezahlen, passt dem Management deshalb gar nicht. Auch deshalb rückt der erste deutsche Lotsenstreik immer näher.

Dabei ist das Jahr 2011 für die Fluggesellschaften ohnehin nicht einfach: Der hohe Ölpreis und die politischen Unruhen in vielen Teilen der Welt belasten die Fluggesellschaften. „Wir appellieren an die Vernunft der Tarifparteien“, verlautbart die Lufthansa. Die Manager von Air Berlin klingen ähnlich. Auch der Bund als Eigentümer der Flugsicherung will einen Streik verhindern. Doch das wird schwer. „Die Fronten sind verhärtet“, sagt DFS-Geschäftsführer Jens Bergmann.

Die Gewerkschaft GdF verhandelt für alle rund 5500 Beschäftigten der Deutschen Flugsicherung – von den Reinigungskräften über die Verwaltungsangestellten bis hin zu den insgesamt rund 1800 Fluglotsen. jkn (HB)/dpa

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