Wirtschaft : Flugsicherung einigt sich mit Lotsen 30 Streitpunkte geklärt, ein Streik ist vom Tisch

Berlin - Erleichterung bei Reisenden und der Wirtschaft insgesamt: Die Fluglotsen in Deutschland haben ihren seit Monaten wiederholt angedrohten Streik endgültig abgesagt. Das teilten die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) und die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS) am Mittwoch nach einem siebenstündigen Vermittlungsgespräch in Frankfurt am Main mit. Formal muss nun nur noch die Tarifkommission der GdF dem erzielten Kompromiss zustimmen.

Das letzte Gespräch war auf Initiative von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erfolgt. Der hatte am Morgen in Berlin erklärt, dass er nicht habe tolerieren wollen, dass beide Seiten eine Einigung in 29 von 30 Streitpunkten erzielt haben – und die Gespräche doch scheitern lassen. Ein GdF-Sprecher sagte dagegen, es hätten noch mehrere Punkte verhandelt werden müssen. „Das war heute nochmals ein hartes Ringen um Detailfragen“, bestätigte am Abend Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba, der als Vertreter des Ministeriums an den Verhandlungen teilnahm und das letzte Wort auf Seiten der Arbeitgeber hatte.

„Wir haben uns in allen wesentlichen Punkten durchsetzen können“, sagte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers. Der DFS zufolge erhalten alle rund 6000 Mitarbeiter für eine Laufzeit von 17 Monaten in zwei Stufen ein Gehaltsplus von 5,2 Prozent. Bei der bis zuletzt umstrittenen Beförderung von Team- und Schichtleitern der Fluglotsen gab es eine Einigung. „Wir haben uns auf beiden Seiten bewegen müssen“, sagte DFS-Chef Dieter Kaden. Nun würden die Personalkosten um etwa neun Prozent steigen. „Wir haben alles getan, um Schaden von der Luftverkehrsbranche und der Volkswirtschaft insgesamt abzuwenden“, sagte er.

Zuletzt hatte es hierzulande 1962 einen Lotsenstreik gegeben, woraufhin diese verbeamtet worden sind. In einem „Bummelstreik“ in den 70er Jahren machten die Lotsen „Dienst nach Vorschrift“. Einen flächendeckenden Ausstand gab es bisher nicht. kph/dpa

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