Flugverkehr : Streik trifft mehr Reisende

Die Lufthansa streicht jeden zehnten Flug. Auch Berlin ist betroffen. Verdi demonstriert heute in Tegel.

Kevin Hoffmann

Berlin - Der unbefristete Streik bei der Lufthansa zeigt zunehmend Wirkung. Am dritten Streiktag der Gewerkschaft Verdi kündigte Lufthansa einen Sonderflugplan mit zehn Prozent weniger Flügen im Europaverkehr einschließlich Deutschland an. Am heutigen Donnerstag sollen zunächst 136 Flüge ausfallen – 28 davon sind Interkontinentalverbindungen. Am Mittwoch fielen bereits 82 Flüge aus, darunter zwölf Langstreckenflüge, die vor allem am Drehkreuz in Frankfurt am Main und von München aus starten sollten.

Reisende, die von den Berliner Flughäfen abheben wollten, hatten bisher kaum Behinderungen gespürt – am Mittwoch fielen lediglich vier Flüge von Tegel nach München aus. Jetzt kündigte Verdi aber an, den Streik vor allem in der Hauptstadt auszuweiten. Neben den Mitarbeitern der Technik an den Flughäfen in Tegel und Schönefeld, die bereits im Ausstand sind, sollen Kollegen weiterer Geschäftsfelder einbezogen werden.

Deutschlands größte Airline beschäftigt in Berlin knapp 1000 Mitarbeiter in neun Geschäftsfeldern, von der Ticket-Betreuung an den Flughäfen bis zum Pilotentraining. Für heute, 11 Uhr, rief die Gewerkschaft alle streikenden Mitarbeiter zu einer Kundgebung vor dem Hauptterminal in Tegel auf, wo auch die Busse aus dem Zentrum halten. „Verdi bedauert die Ausweitung für die Kunden der Lufthansa. Dies ist aber alleinige Schuld der starren Haltung der Lufthansa-Geschäftsführung in den Tarifverhandlungen“, teilte die für Berlin und Brandenburg verantwortliche Gewerkschaftssekretärin Doris Fiedler mit.

Verdi fordert für die rund 50 000 Lufthansa-beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld. Das Unternehmen hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Gehalts angeboten. Lufthansa forderte Verdi erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Verdi lehnt dies ab, solange das Unternehmen sein Angebot nicht aufstockt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben