Flugzeugbauer : Airbus beschert EADS drastischen Gewinneinbruch

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS muss sich mit deutlichen Gewinneinbußen plagen, der Konzern bestätigte aber die Prognosen für das Gesamtjahr. Weiteren Ärger hat das Unternehmen durch Verzögerungen bei einem Rüstungsflugzeug.

EADS Airbus
Airbus-Mitarbeiter montieren im Werk in Hamburg-Finkenwerder einen Airbus A319. -Foto: dpa

München/AmsterdamWegen der Probleme bei der Flugzeugtochter Airbus hat der europäische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS im ersten Halbjahr 2007 einen drastischen Gewinneinbruch verbucht. Das Konzernergebnis unter dem Strich ging von gut einer Milliarde Euro auf 71 Millionen Euro zurück. Belastend wirkten sich vor allem hohe Kosten beim Großraumflieger A380 sowie Forschungs- und Entwicklungskosten für das neue Langstreckenflugzeug A350 aus, berichtete EADS in einem Zwischenbericht.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten, bei EADS als Ebit ausgewiesen, sank in den ersten sechs Monaten verglichen mit der Vorjahreshälfte von 1,65 Milliarden auf 367 Millionen Euro. Beim Umsatz bekam EADS unter anderem den schwachen US-Dollar zu spüren. Die Erlöse verringerten sich um drei Prozent auf 18,5 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern die Prognosen. Der Umsatz werde gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um einen niedrigen einstelligen Prozentwert fallen. Diese Prognose beruhe auf einem angenommenen Wechselkurs von 1,35 US-Dollar je Euro, hieß es. Das Ebit dürfte im Gesamtjahr weitgehend stabil bleiben bei einer Annahme von 440 bis 450 Flugzeugauslieferungen bei Airbus. Im vergangenen Jahr hatte der EADS-Konzern operativ knapp 400 Millionen Euro verdient.

Schwierigkeiten beim Militärtransporter A400M

Beim neuen Militärtransportflugzeug A400M rechnet EADS mit weiteren Verzögerungen. Der Erstflug der neuen Maschine sei von April auf den Sommer 2008 verschoben worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Probleme gibt es dem Vernehmen nach vor allem noch bei der Aufhängung der Triebwerke.

"Das A400M-Programm ist bedeutenden Risiken hinsichtlich des Gesamtzeitplans ausgesetzt, denn Systemzulieferer stehen weiterhin vor Herausforderungen, die späte Design-Anpassungen notwendig machen könnten", teilte der Konzern mit. Die Endmontage für den A400M werde voraussichtlich Ende August 2007 beginnen. Die Folgen der Verzögerungen auf Auslieferungen und Kosten würden derzeit noch geprüft, hieß es. Bei Verspätungen können wie in der Branche üblich Strafzahlungen auf das Unternehmen zukommen.

Mit bis zu 37 Tonnen Frachtvolumen gilt die A400M als Zwischengröße bei militärischen Transportern. Der Verbrauch soll um rund 20 Prozent unter dem vergleichbarer Maschinen liegen. Außerdem soll der neue Transporter auch auf deutlich kleineren und schlechteren Bahnen landen können. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar