Flugzeugbranche : Airbus verkauft Laupheimer Werk an Diehl

Die lange Phase des Wartens ist für die Beschäftigten des Airbus-Werks Laupheim vorbei. Jetzt ist endgültig besiegelt, dass das Werk an das Nürnberger Unternehmen Diehl verkauft wird. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

AmsterdamDer Flugzeughersteller Airbus wird sein Werk in Laupheim wie erwartet an das Nürnberger Unternehmen Diehl und dessen französischen Kooperationspartner Thales verkaufen. Zum 1. Oktober werde das operative Geschäft und das Betriebsvermögen des Standorts Laupheim an die Käufer übertragen, teilte die EADS-Tochter am Freitag mit. Angaben zum Preis wurden nicht gemacht.

Der Verkauf von Laupheim sei ein bedeutendes Element im Power8-Restrukturierungsprogramm, wird Airbus-Chef Tom Enders in einer Mitteilung zitiert. Airbus könne sich verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren. Gleichzeitig baue man einen starken Lieferanten für wesentliche Kabinenelemente auf. Das Airbus-Werk in Laupheim beschäftigt insgesamt 1100 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von 240 Millionen Euro. Das Werk stellt Kabinenverkleidungen, Klimarohre sowie Ruheräume für Flugbegleiter und Piloten für sämtliche Airbus-Produkte her. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll der Standort im schwäbischen Laupheim als Diehl Aircabin GmbH eigenständig weitergeführt werden. Der fränkische Technologie- und Rüstungskonzern wolle sämtliche Arbeitsplätze erhalten.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) begrüßte den Verkauf. "Die Landesregierung ist froh, dass der Verkauf nach langen Verhandlungen unter Dach und Fach ist. Das Werk und seine Mitarbeiter haben nach mehr als eineinhalb Jahren Ungewissheit wieder Planungssicherheit für die Zukunft", erklärte Oettinger am Freitagabend in Stuttgart. Die Landesregierung habe die Verkaufsverhandlungen zwischen dem auf Käuferseite maßgeblichen Familienunternehmen Diehl und Airbus/EADS begleitet und gefördert. "Diehl ist ein hoch angesehenes deutsches mittelständisches Unternehmen, das in Überlingen bereits bisher mehr als 1200 Mitarbeiter in der Luftfahrtindustrie beschäftigt", sagte Oettinger. (mhz/ddp)

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