Wirtschaft : Fördergelder: Deutsche Filmwirtschaft braucht Subventionen

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Die deutsche Filmwirtschaft hat die Notwendigkeit von Fördergeldern für die Branche bekräftigt. "Wenn es in Zukunft den deutschen Kinofilm geben soll, dann wird er auf Subventionen angewiesen sein", sagte Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher, am Dienstag in Berlin. Auch wenn der Markt immer mehr Risikokapital zur Verfügung stelle - zu einem Großteil die Verleiher - sei dies nur ein Teil des Finanzierungsrahmens. Die Herausbringungskosten für einen deutschen Kinofilm hätten sich in den letzten zehn Jahren von jährlich 300 000 auf 1,2 Millionen Mark versechsfacht, gleichzeitig sei der Marktanteil deutscher Filme rückläufig. Vor diesem Hintergrund sei die Refinanzierung des eingesetzten Risikokapitals kaum mehr möglich, sagte Klingsporn auf dem Berliner Forum zur Filmwirtschaft der Friedrich Ebert Stiftung.

Als Nadelöhr für den deutschen Film erweist sich das "Nachfrageoligopol" der beiden privaten TV-Senderfamilien (Kirch und Bertelsmann) sowie der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Die Formel der TV-Sender lautet, europäische Kinofilme haben kein Publikum. "An dieser Haltung verzweifelt die ganze Branche", sagte Stefan Arndt von der Berliner X-Filme Creative Pool Gmbh. Die Filmbranche appelliert deshalb an die Politik, dafür zu sorgen, dass die Macht der TV-Sender sich nicht noch vergrößert. Kultur-Staatsminister Julian Nida-Rümelin zeigte Verständnis. Der kulturpolitische Auftrag laute, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Vielfalt im Kino und Fernsehen fördern. "Hier ist eine Fehlentwicklung im Gange." Kontraproduktiv sei der Vorschlag der EU-Kommission, eine Obergrenze für die Filmförderung von 50 Prozent zu setzen.

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