Förderung von erneuerbaren Energien : Ökostrom-Umlage steigt wieder

Der Strom aus Wind und Sonne hat die Kosten für erneuerbare Energien auf 24 Milliarden Euro im Jahr erhöht. Dennoch werden tausende Firmen verschont bleiben.

Windpark bei Elsterberg in Sachsen an der Landesgrenze zu Brandeburg.
Windpark bei Elsterberg in Sachsen an der Landesgrenze zu Brandeburg.Foto: picture alliance / ZB

Die Ökostrom-Umlage, die alle privaten und gewerblichen Stromkunden unter anderem für die Förderung erneuerbarer Energien bezahlen, steigt 2016 auf Rekordniveau. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird die EEG- Umlage von 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen- Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom sind das netto 6,44 Euro pro Jahr mehr, mit Mehrwertsteuer rund 7,70 Euro. Die Umlage macht inzwischen etwa ein knappes Viertel des Strompreises aus. Im Vorjahr war sie leicht gesunken. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte zu seinem Amtsantritt als Ziel ausgegeben, die Kostendynamik brechen zu wollen.

Gründe für den Höchststand, der an diesem Donnerstag von den Netzbetreibern bekannt gegeben wird, sind die hohe Stromproduktion aus Wind (an Land und auf See) und aus Fotovoltaikanlagen sowie der stark gesunkene Börsenstrompreis. Aus der Umlage wird die Differenz zwischen dem Börsenpreis und der für 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung für Betreiber von Windrädern oder Solaranlagen ausgeglichen. Sinkt der Börsenpreis, steigt automatisch die Umlage.

Zudem ist die Industrie von der EEG-Umlage teilweise ausgenommen worden, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) ist der Betrag von 410 Millionen Euro für 282 energieintensive Unternehmen im Jahr 2006 auf inzwischen rund fünf Milliarden Euro für 2200 Firmen gestiegen. Die EEG-Umlage summiert sich in diesem Jahr auf rund 24 Milliarden Euro.

Dazu kommt die Netzumlage, die wegen des hohen Ausbaubedarfs an Stromleitungen in den kommenden Jahren ebenfalls leicht steigen wird. Der von der Bundesregierung gerade beschlossene Vorrang für Erdkabel bei den Nord-Süd- Stromautobahnen wird die Netzentgelte ebenfalls erhöhen.

Greenpeace-Experte Niklas Schinerl kritisierte, wer die EEG-Umlage dauerhaft senken wolle, müsse überflüssige Braunkohlekraftwerke abschalten: „Das hilft dem Klimaschutz, der Gesundheit und dem Geldbeutel der Stromkunden.“ Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), sieht die Schuld an der höheren Umlage bei den Grünen. „Die Fehlsteuerung haben wir den grün geführten Ländern und Landesministerien zu verdanken, die im Bundesrat eine effektive Mengensteuerung verhindert haben“, meinte Fuchs. dpa/deh

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