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Folgen des Brexit : Europäische Arzneimittelbehörde: Berlin hat viel zu bieten

Die Entscheidung über den künftigen Sitz der Europäischen Arzneimittelagentur Ema fällt vermutlich im Oktober. Ein Umzug von London nach Berlin ist möglich.

Kramer, Sarah
Guido Rasi, Chef der Ema mit rund 800 Mitarbeitern, muss umziehen.
Guido Rasi, Chef der Ema mit rund 800 Mitarbeitern, muss umziehen.Foto: promo

Guido Rasi, Chef der Europäischen Arzneimittelagentur Ema, hat ein paar Kriterien für den neuen Standort der Behörde mit rund 800 Mitarbeitern genannt. „Die ideale Stadt muss vor allem das Kriterium der Erreichbarkeit erfüllen“, sagte Rasi dem Tagesspiegel. Die Ema bekomme pro Woche Besuch von etwa 700 Menschen aus aller Welt. „Wir brauchen für unsere Arbeit Direktflüge in die EU-Mitgliedstaaten, internationale Flüge für Unternehmen aus Drittstaaten sowie Wohnraum für mehr als 800 Mitarbeiter und Schulen für deren Nachwuchs.“ Auf die Frage, ob auch Berlin in Betracht komme, sagte der Ema-Chef, „Berlin hat sicherlich viel zu bieten“. Eine vergleichsweise kleine Stadt wie Bonn komme kaum in Frage, der neue Ema-Standort „braucht schon ein bisschen internationales Flair“.

Bis März 2019 muss die Ema weg sein 

Wegen des Brexit muss die Behörde bis zum 30. März 2019 britisches Territorium verlassen haben. Wo die Ema dann angesiedelt wird, entscheiden die Staatschefs der EU „aller Voraussicht nach im Oktober“, sagte Rasi. Das sei eigentlich viel zu spät. "Zu spät, um ein Bürogebäude für die Ankunft von mehr als 800 Mitarbeitern vorzubereiten, von der Umsiedlung der Familien und der Neuorganisation ihres Lebens ganz zu schweigen.“ Und auch die personelle Neuaufstellung brauche Zeit. „Natürlich müssen wir sehr viele herausragende Experten aus Großbritannien ersetzen“, sagte Rasi dem Tagesspiegel.

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