FOLGEN DES STREIKS : Callcenter kaum noch erreichbar

Die Telekom und ihre Kunden bekommen die Auswirkungen des Streiks zunehmend zu spüren. Es gebe immer größere Probleme in der Auftragsbearbeitung. Vor allem Neuaufträge werden nur schleppend bearbeitet, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Bei der Bearbeitung von 5000 Störungen sei die Telekom im Rückstand. Nach Angaben von Verdi erreichen nur noch 15 Prozent der Anrufer direkt die Callcenter der Telekom, statt üblicherweise 70 bis 90 Prozent. Bei technischen Außendienstarbeiten habe sich die durchschnittliche Wartezeit von drei Tagen verdoppelt, räumte Telekom- Chef Obermann ein.

„Berlin ist besonders arg betroffen“, sagte Verdi-Fachbereichsleiter Mike Döding dem Tagesspiegel. Im Verdi-Bezirk Berlin-Brandenburg hatten mit etwa 2500 Mitarbeitern zuletzt die im regionalen Vergleich meisten Beschäftigten gestreikt. Laut Dödig sind die Beschäftigten in der Hauptstadt besonders motiviert, da die Telekom den Streik hartnäckig behindere. So seien Familienangehörige von Mitarbeitern am Telefon bedroht worden. Ein Telekom-Sprecher sagte, davon habe er keine Kenntnis. Er räumte jedoch ein, das Unternehmen verpflichte mehr Mitarbeiter zu Notdiensten, als Verdi es für angemessen hält.

Auch Wettbewerber spüren die Auswirkungen zunehmend. Die Zahl nicht bearbeiteter Leitungsentstörungen sei bis zu acht Mal so hoch wie gewöhnlich, teilte der Branchenverband VATM mit. nso/ov

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