Wirtschaft : Fondsgeschäft: Deka-Investment auf dem Weg zum Marktführer

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Die Sparkassen sind auf dem besten Weg, im Fondsgeschäft den Marktführer Deutsche Bank zu überrunden. Im Geschäft mit Wertpapierpublikumsfonds liegt die Deka Investment, der Fondsableger der Sparkassen, mit einem Marktanteil von 20,2 Prozent mittlerweile nur noch wenige Punkte in der Deutsche Bank-Tochter DWS. Im Neugeschäft mit Fonds hat die Deka mit einer Quote von 31 Prozent bereits die Nase vorn.

Deka-Vorstandschef Horst Zirener ist denn auch besonders stolz, im schwierigen Börsenjahr 2000 einen weiteren großen Schritt nach vorne getan zu haben. Es hat seiner Auffassung zugleich gezeigt, dass die Sparkassen-Kunden weitsichtige und eher mittel- und langfristig orientierte Anleger sind. Sie hätten sich durch die Turbulenzen nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Der Trend zur Aktie ist bei unseren Anlegern intakt". Dies zeigt sich auch daran, dass Aktienfonds bei der Deka Ende 2000 einen Anteil von 64 Prozent am Gesamtvermögen hatten nach 59 Prozent ein Jahr zuvor.

Insgesamt konnte die Deka bei den Anlegern im vergangenen Jahr netto 24,7 Milliarden Euro und damit rund 30 Prozent mehr frisches Geld einsammeln wie ein Jahr zuvor. Allein in Aktienfonds wurden 18,8 Milliarden Euro neu angelegt. Mittlerweile verwaltet die Deka bei Aktienfonds fast jede vierte in Deutschland angelegte Mark. Insgesamt kletterte das vom Sparkassen-Sektor verwaltete Fondsvermögen um 14 Prozent auf gut 136 Milliarden Euro.

Gleichwohl konnte auch die Deka ihren Anlegern einige herbe Enttäuschungen nicht ersparen. So musste der Deka Tele-Medien einen Wertverlust von fast 33 Prozent verkraften. Andererseits gab es beim Deka Team-Pharma sogar einen Wertzuwachs von 44 Prozent. Für das laufende Jahr verspricht die Deka einige neue Produkte wie etwa einen Zielgruppenfonds für junge Erwachsene. Zu viel Neues viel Deka-Zirener allerdings nicht auf den Markt werfen, er will nicht jedem Trend hinterher laufen.

Der Start ins Neue Jahr war ohnehin gut: In den ersten sechs Wochen wurden schon wieder rund 900 Millionen Euro frisches Fondskapital eingesammelt. Im übrigen ist man sich bei der Deka sicher, dass das Fondsangebot des Sparkassensektors schon sehr umfassend ist. Das Thema Fremdvertrieb, also der Verkauf von Fonds anderer Gesellschaften in den Sparkassen, betrachtet man gelassen. "95 Prozent der Sparkassen sagen, dass über die Deka und unsere internationalen Partner praktisch alles angeboten wird", sagt Axel Weber, Vorstandsmitglied der DGZ-Deka-Bank. Ohnehin seien über 3000 Fonds kaum mit einem Anspruch auf solide Beratung in einer Filiale zu verkaufen.

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