Wirtschaft : Foodwatch gegen Finanzwetten auf Lebensmittel

Brüssel - Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat ein schärferes Vorgehen der Europäischen Union gegen Finanzwetten auf Nahrungsmittelpreise gefordert. Die bisherigen Entwürfe enthielten viele signifikante Schwächen, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Von einer Begrenzung der Kontrakte an Warenterminbörsen seien alle Konzerne ausgenommen, die auch nur ein entferntes Interesse an der Rohstoffpreisentwicklung hätten. „Damit ist der Eintritt ins Casino für jeden frei.“ Der außerbörsliche Handel solle ganz verschont werden, kritisierte Bode. Die EU-Finanzminister hatten sich im Juni auf eine Neufassung der Finanzmarktrichtlinie Mifid geeinigt. Diese sieht auch Auflagen für den superschnellen Handel an den Börsen sowie Provisionen von Bankberatern vor. Das Europaparlament muss der Reform noch zustimmen. Zuletzt war in Deutschland die DZ Bank aus dem Geschäft ausgestiegen. Auch die Commerzbank und mehrere Landesbanken hatten sich gegen die Nahrungsmittel-Spekulation entschieden, die Deutsche Bank und die Allianz halten hingegen daran fest. dpa/Tsp

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