Wirtschaft : Ford behauptet sich im Preiswettbewerb

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Berlin (Tsp/dpa). Der weltweit zweitgrößte Autohersteller Ford hat von April bis Mai nach vier Verlustquartalen wieder einen Gewinn verbucht. Dank erfolgreicher Kostensenkungsaktionen und einem höhreren Absatz in den Vereinigten Staaten stieg der Nettogewinn im zweiten Quartal auf 570 Millionen Dollar. Im gleichen Quartal des Vorjahres verbuchte Ford wegen einer teuren Rückrufaktion von Firestone-Reifen noch einen Verlust von 752 Millionen Dollar. Der Umsatz lag mit 42,3 Milliarden Dollar fast auf Vorjahresniveau.

Auch der weltweite Verkauf war mit 1,854 Millionen Autos praktisch unverändert, teilte Ford am Mittwoch mit. Ford setzte im ersten Halbjahr 82,2 (Vorjahr: 84,8) Milliarden Dollar um. Es fiel ein Halbjahresverlust von 524 Millionen Dollar an, nach einem Gewinn von 307 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. „Das zweite Quartal war ein wichtiger Schritt zur finanziellen Gesundung, doch müssen wir noch viel tun“, erklärte Ford-Konzernchef Bill Ford. Ford befindet sich in Nordamerika in einem erbitterten Preiswettbewerb mit General Motors und Daimler-Chrysler sowie den anderen Anbietern. Der Firmenchef hob die Verbesserung in Europa und bei der Finanztochter Ford Credit hervor.

Wegfall von Sonderlasten

Die Ergebnisse sind das erste positive Ergebnis für den neuen Fordchef William Clay Ford Junior, der den Posten erst im vergangenen Oktober übernommen hatte und sofort ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm verkündete. Allerdings gilt der Gewinn nicht nur als eine Folge einer erfolgreichen neuen Strategie, sondern auch dem Wegfall von Sonderfaktoren. In den vergangenen Quartalen musste Ford die Ausgaben für eine Rückruftaktion nicht als verkehrssicher geltender Firestone-Reifen verkraften. Die Gesamtkosten hierfür werden auf drei Milliarden Dollar geschätzt. „Die Vorteile der Kostensenkungen könnten im laufenden Jahr durch die Verkaufsförderungsmaßnahmen aufgezehrt werden“, sagte David Healy, Analyst von Burnham Securities, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ford versucht derzeit in den Vereinigten Staaten, mit hohen Rabatten und günstigen Finanzierungen den schleppenden Autoverkauf anzukurbeln. Ford verkaufte im ersten Halbjahr elf Prozent weniger Fahrzeuge als im Jahr zuvor, was vier Mal schlechter als der Durchschnitt der gesamten Automobilindustrie ist. Ford hat im nordamerikanischen Autogeschäft im zweiten Quartal 45 Millionen Dollar verdient, während in der Vorjahresvergleichszeit ein Verlust von 1,1 Milliarden Dollar angefallen war.

Gewinnanstieg in Europa

In Europa steigerte Ford seinen Gewinn im zweiten Quartal auf 155 (Vorjahr: 141) Millionen Dollar und baute seinen Marktanteil aus. Der Europa-Umsatz lag bei 8,2 (8,1) Milliarden Dollar. Der europäische Autoabsatz schrumpfte aber wegen der Umstellung auf den neuen Fiesta auf 538 000 (576 000) Stück. Im ersten Halbjahr hat Ford in Europa 995 000 (1 147 000) Autos verkauft, davon 174 000 (217 000) in Deutschland. Das Ergebnis für Europa enthält Kosten von 41 Millionen Dollar für die Umsetzung der europäischen Altautorichtlinie. Die Neuregelung sieht vor, dass die Autohersteller in Zukunft selbst für das Recycling der Altautos sorgen müssen.

Ford erwartet für das Gesamtjahr einen „bescheidenen Gewinn“, prognostizierte Finanzchef Allan Gilmour. Die Ergebnisse seien aber weiterhin nicht akzeptabel. Das Unternehmen intensiviere seine Kostensenkungen.

Der Akteinkurs von Ford kletterte am Mittwoch um mehr als drei Prozent und lag am Nachmittag an der Frankfurter Börse bei 13,20 Euro.

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