Wirtschaft : Ford: Der Autokonzern kürzt die Dividende um die Hälfte

Die Ford Motor Company hat angesichts der extrem schwierigen Lage auf dem US-Automarkt ihre Quartalsdividende um 50 Prozent gekürzt. Ford zahlt für das vierte Quartal nur noch 15 Cents je Aktie, während bisher eine Quartalsdividende von 30 Cents je Aktie ausgeschüttet wurde. Das kündigte der nach General Motors größte Autokonzern der Welt in der Nacht zum Donnerstag an. Außerdem setzt Ford tausend Mitarbeiter seines KÖlner Motorenwerkes an einzelnen Tagen im November und Dezember auf Kurzarbeit.

Auf dem US-Automarkt werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 16 Millionen Fahrzeuge verkauft, 2000 waren es noch deutlich mehr als 17 Millionen. Erschwerend kommt hinzu, dass die drei großen US-Hersteller - General Motors, Ford und GM - zunehmend Marktanteile an die Konkurrenz aus Asien und Europa verlieren.

Ford befindet sich angesichts kostspieliger Nullzins-Finanzierungen für Autokäufer nach den Terroristenattacken in einer Klemme. Auch General Motors und Daimler-Chrysler versuchen den Autoverkauf durch extrem teure Absatzhilfen anzukurbeln. Dies hilft den Autokäufern, doch belastet es die Gewinne der Autofirmen enorm. Die Dividendenkürzung sei eine schwierige, aber notwendige Maßnahme, erklärte Ford-Chef Jacques Nasser. Das Unternehmen spart durch die Kürzung nach Schätzungen von Analysten jährlich etwa eine Milliarde Dollar. Es dürften in absehbarer Zeit zusätzliche massive Sparmaßnahmen folgen. Dazu könnten Fabrikschließungen und weiterer Stellenabbau gehören. "Es liegen viele Schwierigkeiten vor uns. Ihre Bewältigung wird nicht einfach sein und erfordert von allen Opfer", erklärte William Clay Ford Jr., der Verwaltungsratsvorsitzende. Ford hatte bereits die Streichung von 4000 bis 5000 Angestellten-Stellen angekündigt. Das sind zehn Prozent der Angestellten in Nordamerika. Auch die für 16 Tage im November und Dezember angekündigte Kurzarbeit im Kölner Motorenwerk begründete mit der "anhaltend schwierigen Wirtschafts- und Absatzlage" in den USA. Umgesetzt werden soll der Schritt zwischen dem 2. und dem 9. sowie dem 16. und dem 30. November und vom 12. bis 21. Dezember.

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