Wirtschaft : Ford garantiert den Standort Berlin

Bis weit über das Jahr 2000 / Keine Arbeitsplatzzahl genannt
BERLIN (dr).Die Investitionssicherungsvereinbarung bei der Kölner Ford AG wird auch für das Werk in Berlin-Zehlendorf positive Auswirkungen haben.Man werde sicherlich bis weit über das Jahr 2000 in der Bundeshauptstadt vertreten sein, versicherten am Freitag der Gesamtbetriebsratsvorsitzende, Wilfried Kuckelkorn, und der Arbeitsdirektor und Vorstand Personal- und Sozialwesen, Hans Peter Becker, vor der Presse.Investiert wird in Berlin vor allem in das neue Spritzgußverfahren sowie die Herstellung von Türverkleidungen für den "Mondeo" und die Abschlußverkleidung des künftigen "Fiesta". Die Produktion dieses neuen "Fiesta" soll etwa im Jahre 2002 oder 2003 beginnen und über neun bis zwölf Jahre laufen.Für Berlin bedeutet dies, daß die Aufträge bis ins Jahr 2011 beziehungsweise bis 2015 reichen.Zu der konkreten Höhe der Investitionen wollten sich weder Kuckelkorn noch Becker äußern. Um zu unterstreichen, daß Ford in Berlin bleiben wolle, werde man jetzt schon Verhandlungen mit dem Senat über eine Verlängerung des Mietvertrages für das Grundstück aufnehmen, so Becker.Zwar läuft der Mietvertrag erst im Jahre 2007 aus, dennoch wolle man schon jetzt ein Zeichen setzen.Ferner will man in Berlin die Fertigung unrentabler Teile einstellen und sich auf profitable Teile spezialisieren.In Berlin gebe es relativ wenig engeneering, erläuterte Becker.Entwickelt wird bei Ford in zentralen Stäben, in Europa überwiegend in Köln und in England.Dennoch sei Berlin keine "dumme" Fabrik.Es gehe darum am Standort High-tech-Teile zu produzieren, die ruhig woanders entwickelt sein könnten.Eine Massenproduktion einfacher Teile lohne sich an der Spree nicht, weil Berlin relativ am Rande liege.Beliefert werden von hier aus 14 Ford-Fabriken in der ganzen Welt.Becker wollte jedoch keine Zusagen für die Zahl der Arbeitsplätze machen.Es könne sein, daß man nach dem Jahr 2000 bei 1190 oder auch bei 1500 liege, so der Arbeitsdirektor.Gegenwärtig werden in Berlin 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Kuckelkorn meinte, der Betriebsrat habe bewußt auf eine Arbeitsplatzzusage verzichtet, verspreche sich aber durch den Abbau von Überstunden, wie er in der Vereinbarung festgeschrieben sei, zusätzliche Arbeitsplätze.Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende verwies auf das Werk in Köln.Dort wird Mehrarbeit in zusätzliche Freischichten umgewandelt - alle sieben Wochen hat der Mitarbeiter fünf Tage frei.Durch diese Regelung seien 300 neue Stellen geschaffen worden.Unter der Woche fallen in dem Drei-Schicht-Betrieb in Berlin wenig Überstunden an.Allerdings wird manches Mal zusätzlich am Sonnabend gearbeitet. An diesem Sonnabend feiert Ford sein 15jähriges Jubiläum an der Spree.Bereits 1925 wurde ein Werk der Ford Motor Company auf dem Gebiet des heutigen Westhafens eröffnet.Montiert wurde dort das legendäre Modell "T".1931 wurde das Werk bereits wieder geschlossen und die Produktion in die neue Fabrik nach Köln verlagert.Dann dauerte es bis 1979 bis die Entscheidung für ein neues Werk in Berlin fiel.Die offizielle Eröffnung fand 1982 statt.Damals produzierten 700 Mitarbeiter an 63 Spritzgießmaschinen mit 230 Werkzeugen 750 Teile.Heute sind es 66 Spritzgießmaschinen, 220 Werkzeuge und 790 unterschiedliche Teile.Verbraucht werden täglich 100 Tonnen Granulat.Ebenfalls täglich gehen 18 Eisenbahnwaggons mit Fertigteilen nach Köln ab.

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