Wirtschaft : Ford legt sich eine eigene Werkstattkette zu

KÖLN (agr/HB).Die Ford-Werke AG, Köln, peilt mittelfristig in Deutschland einen Marktanteil von zwölf Prozent an.In diesem Jahr soll die zehn Prozent-Marke bereits deutlich überschritten werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Rolf Zimmermann.Der Marktanteil von Ford war 1998 auf 9,7 Prozent nach elf Prozent im Vorjahr gesunken.In ganz Westeuropa lag er bei 10,1 Prozent.Zimmermann: "Mit diesem Marktanteil sind wir nicht zufrieden." Ein Anteil von unter zehn Prozent sei nicht akzeptabel.In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres lag der Marktanteil allerdings bei lediglich neun Prozent.

Mit mehr als 16 280 Zulassungen im März habe der Focus das beste Monatsergebnis eines Ford-Modells seit Juli 1991 erzielt, sagte Zimmermann.

Gerechnet werde allerdings wieder mit einer Ergebnisverbesserung, sagte Finanzvorstand Claes Göransson.Der Verlustvortrag belaufe sich auf rund 360 Mill.DM.Ob er in diesem Jahr abgebaut wird, ließ Göransson offen.Bei konstanter Beschäftigtenzahl sollen 1999 mindestens eine halbe Mrd.DM durch Rationalisierungsmaßnahmen eingespart werden.1998 wurden insgesamt 680 Mill.DM eingespart, davon 450 Mill.DM auf der Materialseite "in enger Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern" und 227 Mill.DM in den Bereichen Fertigung und Verwaltung.Investiert werden sollen 1999 mindestens 1,5 Mrd.DM, unter anderem in einen neuen Transit.

Insbesondere für die Bereiche Handel und Dienstleistungen kündigte Zimmermann den "Wandel zu einem verbraucherorientierten Unternehmen" an.Ford werde mit Kwik-Fit eine Kette von Servicestationen erwerben, die in Deutschland unter Pit-Stop bekannt ist.Kwik-Fit erziele in Europa einen Umsatz von rund 1,5 Mrd.DM, davon 1,36 Mrd.DM in Deutschland mit Pit-Stop.Auf diesem Wege komme Ford mit Kunden in Kontakt, die nicht mehr die Ford-Werkstätten aufsuchten, sagte Zimmermann.

Gleichzeitig kündigte Zimmermann den Umbau der Händler-Struktur in Deutschland an.Gezählt werden derzeit rund 1000 Ford-Händler und etwa 1370 Filialen der Händler und Vertragswerkstätten, insgesamt über 2300 Stützpunkte und damit zuviele."Deutschland soll künftig in 130 Wirtschaftsräume eingeteilt werden, in denen es jeweils nur einen Ford-Partner geben wird." Dabei sollen aber keine Kündigungen von Händlern erfolgen und die "Anzahl der Kundenkontakte" nicht reduziert werden.Für die Hälfte der 130 Wirtschaftsräume gebe es bereits Vereinbarungen.Ziel sei die Schaffung einer rentablen, wirtschaftlich gesunden Händler-Organisation.

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