Wirtschaft : Ford: Mit zwei Geschwindigkeiten

Alfons Frese

Der zweitgrößte Autohersteller der Welt fährt auf den wichtigsten Märkten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Während Konzernchef Jacques Nasser in Nordamerika den Abbau von tausenden Stellen ankündigt und Werksschließungen nicht ausschließt, kann der Kölner Ford-Werke-Vorstand Rolf Zimmermann Erfolg in Deutschland melden: Mit einem gutem Focus und einem hervorragenden Mondeo haben sich die Kölner im Kreis der Massenhersteller zurückgemeldet. Wenn der im kommenden Herbst anlaufende neue Fiesta so einschlägt wie der Mondeo, dann braucht sich Zimmermann für die kommenden Jahre keine Sorgen zu machen. Auch deshalb nicht, weil Ford in Europa die Kapazitäten bereits deutlich reduziert hat. In den USA steht das bevor. Nachdem der Konzern für den Rückruf von Reifen Milliarden ausgeben musste, steht Jacques Nasser jetzt vor dem nächsten Großproblem. Europäer und Japaner jagen den Amerikanern auf "ihrem" Markt immer mehr Anteile ab. Vor 20 Jahren stammten 80 Prozent der in den USA verkauften Autos von den "Big Three" - General Motors, Ford und Chrysler. Heute sind es noch rund 60 Prozent, Tendenz fallend. Zuletzt haben die Amerikaner noch mit ihren Gelände- und Pritschenwagen viel Geld verdient. Weil das so ist, drängen insbesondere Japaner, aber auch BMW und Mercedes in dieses Segment. Demnächst kommen Porsche und VW mit neuen Geländewagen. Bislang haben die US-Unternehmen mit teuren Rabatten den Autoabsatz gestützt. Auf Dauer geht das nicht. Da helfen nur neue Modelle - und angepasste Kapazitäten.

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