Wirtschaft : Ford schafft Trendwende

Autobauer schreibt 1997 schwarze Zahlen / Profil gesucht KÖLN (agr/HB)."Wir dürfen nicht länger als Leichtgewicht in den Ring steigen, obwohl wir in Wirklichkeit ein automobiles Schwergewicht sind," verkündete der Vorstandsvorsitzende der Ford-Werke AG, Köln, und Präsident von Ford Europa, James D.Donaldson, das neue Selbstbewußtsein des Autobauers.Untermauern konnte er diese Wunschvorstellung mit den Zahlen für 1997.Nach einem Verlust von über einer halben Mrd.DM 1996 weist Ford für 1997 ein positives Ergebnis aus.Donaldson begründete die Trendwende mit Einsparungen von "nicht weniger als einer Mrd.DM".Den wichtigsten Beitrag hätten die 1996 eingeleitete Umstrukturierung des Unternehmens und die Investitionssicherungsvereinbarung von 1997 geleistet.450 Mill.DM entfielen auf "die intensivierte Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern im Einkauf sowie Produktivitätssteigerungen und neue Produktionsmethoden", erklärte Finanzvorstand Claes Göransson.300 Mill.DM konnten bei den Personalkosten eingespart werden.210 Mill.DM resultierten aus der verbesserten Produktqualität über die Verminderung der Reparaturen in der Garantiezeit. Erkauft wurde die Verbesserung der Kostenstruktur allerdings mit einem Rückgang des Marktanteils von 11,7 Prozent auf 11,3 Prozent in Europa.In Deutschland ging der Pkw-Marktanteil von 11,3 Prozent auf 11 Prozent zurück.Damit wurde das im letzten Jahr verkündete Ziel, einen Anteil von 12 Prozent in Europa erzielen zu wollen, verfehlt.Donaldson meinte, dies sei kein Grund zur Panik.In den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe Ford den Absatz um 12 000 Stück gegenüber Vorjahr steigern können.Dieser positive Trend werde sich 1998 fortsetzen.Nach wie vor unzufrieden ist Donaldson mit der Ertragslage.Man könne sich zwar aus einer Krise heraus-, aber nicht in den Erfolg hineinsparen.Es sei noch nie jemand zur Nummer Eins geworden, weil er sich auf seine Schwächen konzentriert habe.In Deutschland ist Ford seit Jahren die Nummer Drei. Dauerhafte Erfolge ließen sich nicht mit kurzfristigen Marketing-Initiativen erzielen.Gebraucht würden vielmehr neue Produkte.Ford werde künftig besonderen Wert auf Design und Package legen, charakteristische Formen mit unmißverständlicher Ford-Identität und hohem Platzangebot.Dabei müsse das Fahrzeug nach wie vor für ein Millionenpublikum erschwinglich bleiben.Mit dem Ford "Ka" (1997 wurden 60 151 verkauft) sei ein Anfang gemacht worden.Der "Puma" (16 617) setze diese Linie fort.Dies gelte erst recht für den neuen "Cougar".Ganz besonders deutlich werde die Strategie aber mit dem neuen "Focus".Er basiere auf einer völlig neuen Plattform und werde die Maßstäbe in seiner Klasse deutlich verschieben.Mit knapp 357 000 Stück war der "Mondeo" das meistverkaufte Modell 1997.Gefolgt vom "Escort" mit knapp 290 000 und dem "Fiesta" mit über 232 000.Die Produktion des "Escort" werde fortgeführt, sagte Donaldson.Eingestellt werde - wie berichtet - der "Scorpio".Dies wirkte sich mit einer Sonderabschreibung von 73 Mill.DM negativ auf das Ergebnis aus. Keine konkreten Angaben wollte Donaldson sowohl zu den Umsatz- und Ertragserwartungen für 1998 machen.Mittelfristiges Ziel sei eine Umsatzrendite von 5 Prozent.Leer ausgehen werden erneut die Aktionäre.99,8 Prozent hält Ford-USA, 14 400 Aktien halten Kleinaktionäre.Laut Görannsson erfolgt solange keine Ausschüttung, bis der Verlustvortrag von 510 (1996: 552) Mill.DM abgebaut ist.

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