Wirtschaft : Ford schneidet besser ab als General Motors

Ford-Quartalsgewinn sinkt auf 1,2 Milliarden Euro/Probleme auf dem Heimatmarkt USA/Opel-Beschäftigte sorgen sich um GM

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Portland/Berlin Ford verliert weiter an Boden, bricht aber nicht so tief ein wie General Motors (GM). Im ersten Quartal erreichte Ford einen Vorsteuergewinn von 1,2 Milliarden Dollar, vor einem Jahr waren es noch zwei Milliarden gewesen. Damit liegt Ford aber über den Erwartungen des Marktes. GM dagegen hatte am Dienstag einen Milliardenverlust für das erste Quartal gemeldet. Kernproblem für beide Konzerne ist der Heimatmarkt. Nach Abzug von Sonderkosten brach der operative Ford-Gewinn auf 663 Millionen Dollar ein, im Vorjahr hatte der Autohersteller auf dem US-Markt noch dreimal mehr verdient. Der Umsatz sank in den USA um mehr als zwei Milliarden auf 21,1 Milliarden Dollar. Gestützt wird das Ergebnis von einem soliden Gewinn der Finanzsparte in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar.

Den Ertragseinbruch erklärt Ford mit der anhaltenden Rabattschlacht, steigenden Sprit- und Stahlpreisen und Absatzproblemen. Vor allem die einstigen Bestseller, der Geländewagen Explorer und die Pick-ups, bleiben bei den Händlern stehen. Auch die neuen Pkw verkaufen sich schlechter als erhofft. Asiatische und europäische Autohersteller jagen GM und Ford immer mehr Marktanteile ab. Da kurzfristig nicht mit einer Besserung zu rechnen ist, wird die Produktion heruntergefahren. Für das zweite Quartal rechnet Ford mit einem leichten operativen Verlust. Allein aus dem Automobilgeschäft erwartet Ford im laufenden Jahr ein Vorsteuerergebnis, das „bestenfalls den Break-even“ erlaubt. Zugleich hat sich Ford von dem Ziel verabschiedet, im kommenden Jahr einen Gewinn von mindestens sieben Milliarden Dollar auszuweisen. Diese Vorgabe war ein Kernstück des Turnaround-Plans, den Chief Executive William Clay Ford 2001 vorgelegt hatte. Unterdessen löst der schlechte Zustand des Mutterkonzerns General Motors bei den deutschen Opel-Beschäftigten Besorgnis aus. „Die Mitarbeiter sind dünnhäutiger geworden“, sagte der stellvertretende Betriebsratschef Peter Klein auf Anfrage. Nachdem viele Monate über den Sanierungsplan inklusive Abbau von 9500 Arbeitsplätzen verhandelt worden war, „kommen immer wieder Ängste hoch“. Betriebsratschef Klaus Franz bezeichnete die Situation bei GM als „sehr, sehr ernst“. Auswirkungen der GM–Krise auf Opel sieht der Betriebsrat am ehesten bei Investitionen, etwa in der Gebäudesanierung, die womöglich verschoben würden. GM Europe, wozu neben Opel auch Saab und Vauxhall gehören, hatte das erste Quartal mit einem Verlust von 103 (Vorjahr: 116) Millionen Dollar abgeschlossen. „Das Sanierungsprogramm beginnt zu greifen“, kommentierte Betriebsrat Klein die leichte Verbesserung.

Im ersten Quartal konnte Opel den Marktanteil auf dem Heimatmarkt erhöhen und dabei Mercedes-Benz vom zweiten Platz hinter VW verdrängen. Von Januar bis März wurden gut 80000 Opel neu in Deutschland zugelassen, das entspricht einem Marktanteil von 10,7 Prozent; Mercedes kam auf 10,1 und Marktführer VW auf 17,8 Prozent. je/HB/alf

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