Wirtschaft : Ford soll frischer werden

Image- und Modelloffensive in Deutschland

Henrik Mortsiefer

Berlin - Der Autohersteller Ford erwartet wegen der Mehrwertsteuererhöhung 2007 in den kommenden Monaten eine steigende Nachfrage. „Schon mit den September-Zahlen waren wir sehr zufrieden“, sagte Jürgen Stackmann, Geschäftsführer Marketing und Verkauf der Ford-Werke GmbH, am Dienstag dem Tagesspiegel. „Die Industrie bewegt sich.“ Auch für das Gesamtjahr ist Stackmann optimistisch: „Wir sind auf einem guten Weg und werden das Absatzvolumen des Vorjahres wieder erreichen.“ 2005 wurden in Deutschland 246 800 Ford-Pkw neu zugelassen. Der Hersteller, der auf dem US-Markt mit Absatzproblemen und Verlusten kämpft, hat aktuell (September) einen Marktanteil von acht Prozent.

Mit sechs neuen Modellen im laufenden Jahr und einem frischeren Markenauftritt bemüht sich Ford um ein besseres Image bei deutschen Kunden. „2006 ist ein Jahr des Übergangs“, sagte Stackmann. Die „Markenfindung“ sei abgeschlossen, die Profitabilität im Europageschäft stabil, das Wachstum erfreulich. „Jetzt konzentrieren wir uns auf die emotionale Komponente der Marke.“ Dokumentiert werde dies etwa mit der Markteinführung des neuen Ford S-Max oder Focus Coupé-Cabriolet Anfang September. Das zum Einstiegspreis von 22 975 Euro erhältliche Cabrio soll im kommenden Jahr in Deutschland 7000 Mal verkauft werden. Ford will den Focus Cabrio vor allem Bestandskunden schmackhaft machen, „die lange auf ein viersitziges Cabrio von Ford gewartet haben“, wie Stackmann sagte. Der offene Focus mit Stahlfaltdach tritt unter anderem gegen den VW Eos oder den Opel Astra Cabrio an.

Die Probleme von Ford in den USA berühren Stackmann zufolge das Tagesgeschäft in Deutschland nicht. „Wir arbeiten ungestört und ungebremst an der Umsetzung unseres Businessplans.“ Die Werke in Köln und Saarlouis gehörten zu den effizientesten Produktionsstätten in Europa. Deutschland sei ein attraktiver Standort. Im Rahmen einer Investitionssicherungs-Vereinbarung hatte Ford betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 ausgeschlossen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar