Wirtschaft : Forscher: Deutschland hat zu wenig Innovationskraft

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Berlin In Deutschland werden zwar überdurchschnittlich viele Patente angemeldet. Doch wenn es darum geht, aus den Ideen auch Produkte zu machen und diese erfolgreich zu vermarkten, dann sieht es schlecht aus. In einem internationalen Vergleich der Innovationskraft, den das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Dienstag vorgestellt hat, liegt Deutschland gerade einmal auf Platz elf – mit 41,7 von 100 möglichen Punkten. Der Spitzenreiter USA kommt dagegen auf 77,9 Punkte. Laut IW sind die USA ein „besonders gutes Pflaster für findige Forscher“.

Die Wirtschaftswissenschaftler haben für das Jahr 2004 die Bedingungen für Forscher in 16 wichtigen Industrieländer verglichen. In den Index flossen die Faktoren Forschungsaufwand, Rahmenbedingungen, Bildung, Beschäftigung sowie die Umsetzung von Innovationen ein. Neben den USA schneiden vor allem Großbritannien und die nordeuropäischen Staaten besonders gut ab. Für deutsche Erfinder herrsche dagegen ein „raues Klima“, schreibt das IW. Noch härter sieht es nur in Südeuropa und in Belgien aus.

Die Ursachen für den schlechten Platz für Deutschland sieht das IW zum einen darin, dass sich zu wenig Menschen hier zu Lande an Firmengründungen beteiligen. Es seien nur 4,5 Prozent der 18- bis 64-Jährigen, schreiben die Wissenschaftler, während der Wert in den USA bei elf Prozent liege. Der deutsche Staat mache es Gründern auf Grund der bürokratischen Anforderungen auch nicht leicht. Außerdem gibt es für deutsche Gründer verhältnismäßig wenig Risikokapital. Im Jahr 2003 hätten die Mittel gerade einmal 0,03 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprochen. In den USA seien es zuletzt 0,22 Prozent und in Großbritannien 0,26 Prozent gewesen. hop

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