Wirtschaft : Forscher: Ost-Wirtschaft holt auf Produktion wächst, Arbeitslosenquote sinkt

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Halle Die ostdeutsche Wirtschaft holt nach Auffassung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) langsam auf. Für 2005 und 2006 bestünden gute Chancen, dass die neuen Länder mit dem Produktionswachstum im Westen mithalten können, teilte der „Arbeitskreis Konjunktur Ostdeutschland“ am Donnerstag in Halle mit. Die Angleichung in der Pro-Kopf-Produktion werde sich fortsetzen, wenngleich äußerst langsam. Die neuen Instrumente der Arbeitsmarktpolitik werden die Zahl der Erwerbstätigen steigen lassen. Die Arbeitslosenquote werde von 18,9 Prozent in diesem Jahr auf 18 Prozent 2006 sinken.

Ein Zugpferd sei das verarbeitende Gewerbe. Mit einem prognostizierten Wachstum von 6,4 Prozent in diesem und 7,5 Prozent im kommenden Jahr lege es stärker zu als in Westdeutschland. Die gesamtwirtschaftliche Produktion im Osten Deutschlands sei 2004 das dritte Jahr in Folge gestiegen. Kräftig erhöht habe sich die Nachfrage des Auslands nach Gütern aus den neuen Ländern. Dabei seien die Warenausfuhren in die alten EU-Länder überdurchschnittlich gestiegen, Impulse aus der Osterweiterung ließen sich dagegen für die neuen Bundesländer kaum nachweisen.

Die schwache Nachfrage in der Region habe viele Unternehmen angeregt, zunehmend Märkte in den alten Bundesländern und im Ausland zu suchen. Das verarbeitende Gewerbe setze dort inzwischen fast zwei Drittel seiner Produktion ab, und das Baugewerbe erbringe knapp ein Fünftel seiner Leistungen außerhalb der Region. Begünstigt wird diese Expansion durch die weiter gestiegene preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Ost-Anbieter. Der Arbeitskostenvorteil habe sich weiter vergrößert. Ein Grund sei die weiter gesunkene Tarifbindung der Unternehmen. dpa

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