Wirtschaft : Forscher sind zu wenig Unternehmer

Berlin - Die deutsche Wirtschaft läuft so gut wie seit Jahren nicht mehr – doch das bremst die Bereitschaft junger Forscher, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Nachfrage aus der Industrie nach Hochschulabsolventen wachse. „Die Wissenschaftler wählen dann lieber einen sicheren Arbeitsplatz, als sich selbstständig zu machen“, erklärte Wolfgang Franz, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim, am Mittwoch in Berlin. 2006 wurden in Deutschland mit 243 000 neu gegründeten Unternehmen insgesamt vier Prozent weniger Firmen gegründet als im Vorjahr. Das ergab eine Studie, die das ZEW im Auftrag des Softwarekonzerns Microsoft erstellte. Demnach hat sich jedoch im Hightech-Bereich die Zahl der Gründungen im vergangenen Jahr auf niedrigem Niveau stabilisiert: 17 700 Gründungen zählte das ZEW in dem Bereich, nach 17600 im Jahr zuvor.

„Auch wenn sich die Quantität der Start-ups im Hightech-Bereich vorerst stabilisiert hat – qualitative Aspekte bleiben verbesserungswürdig“, sagte Franz. Denn nach wie vor befinde sich die absolute Zahl der Hightech-Gründungen in Deutschland auf ihrem tiefsten Stand seit 1995. Die Gesamtwirtschaft leide darunter, wenn immer weniger hoch innovative Firmen gegründet würden. Bedenklich sei dabei der Rückgang von Gründungen aus den Hochschulen heraus. vis

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