FORSCHERSTREIT : Schadet Windkraft-Förderung dem Klima?

Wirtschaftsforscher führen einen Grundsatzstreit über die Wirksamkeit staatlicher Instrumente zur Förderung des Klimaschutzes. Den Anstoß gab Hans-Werner Sinn, der Chef des Münchener Ifo-Instituts: Der europäische Handel mit Zertifikaten, die Unternehmen kaufen müssen, um Kohlendioxid (CO2) in die Luft blasen zu dürfen (Emissionshandel), vertrage sich nicht mit dem deutschen Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Dieses fördert über eine Umlage bei Stromkunden die Installation von Windrädern, Biomasse- und Solaranlagen. Man müsse das EEG abschaffen, weil eingesparte CO2-Emissionen zu einem Preisverfall bei den Emissionszertifikaten führen, was sogar einen Anreiz zu höherem CO2-Ausstoß liefern könnte.

Claudia Kemfert vom DIW Berlin legte am Mittwoch eine eigene Studie vor, in der zwar bestätigt wird, dass sich EEG und Emissionshandel beeinflussen. Sie stünden aber nicht im Widerspruch zueinander. „Um die europäischen Klimaziele zu erreichen, brauchen wir beide Instrumente. Entscheidend ist die richtige Koordination in jeder einzelnen Phase“, sagte Kemfert. Es wäre falsch, die Förderung über das EEG auslaufen zu lassen. Man müsse sie engagiert weiterentwickeln. kph

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