Wirtschaft : Forschungshilfe wird knapp

BERLIN (mhm/HB).Die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und Produkte muß in den neuen Bundesländern auch weiterhin massiv öffentlich gefordert werden.Vor allem kleine und mittlere Firmen bedürften einer kontinuierlichen Unterstützung, sagte Wolfgang Hergarten, der für die neuen Bundesländer zuständige Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) dem Handelsblatt.Ziel sei es weiter, die Industrieforschung in den neuen Ländern auszubauen, um auch hier auf einen Stand zu kommen, der dem westlichen Niveau entspreche.

Davon sind die neuen Bundesländer aber noch weit entfernt.Von dem massiven Abbau der Industrieforschung nach der Wende erholt sie sich erst langsam.Mit rund 22 000 Beschäftigten beträgt die Zahl der in der ostdeutschen Industrieforschung eingesetzten Mitarbeiter nach letzten Zahlen rund ein Viertel derer von 1990.Im Westen würden heute elfmal mehr Mitarbeiter in der Industrieforschung eingesetzt als im Osten.Eine weitere Ziffer beleuchtet schlaglichtartig die Verhältnisse.Während die Wirtschaft in den alten Ländern jährlich knapp 50 Mrd.DM für Forschung aufwende, seien es in den neuen Ländern nur zwei bis drei Mrd.DM.Davon wiederum stammen 30 bis 40 Prozent aus öffentlichen Töpfen.

Die AiF vergibt im Auftrag des Bundes Fördermittel, die einerseits Lohnkostenzuschüsse beinhalten, andererseits spezielle Kooperationsprojekte mitfinanzieren.Hinzu kommen Mittel für die industrielle Gemeinschaftsforschung, die inzwischen zum überwiegenden Teil von der Wirtschaft selbst aufgebracht werden.Hergarten beklagte, daß die staatlichen Zuwendungen für dieses Programm nur noch schwer berechenbar seien.So werde das Volumen 1998 vermutlich nur 154 Mill.DM statt der zugesagten 170 Mill.DM ausmachen.Dem stünden Hunderte von Projekten gegenüber, die nicht gefördert werden könnten.Dabei würde jede Forscherstelle im Schnitt sieben Arbeitsplätze in der Produktion nach sich ziehen.

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