Wirtschaft : Foxconn kommt nicht zur Ruhe Apple-Zulieferer gibt „kleinere Konflikte“ zu

Taipeh/San Francisco - Kurz nach der Markteinführung des neuen iPhones meldet Apples wichtigster Zulieferer Foxconn erneut Querelen in einem chinesischen Werk. Der weltgrößte Auftragsfertiger von Elektroteilen teilte am Samstag mit, bereits vor einigen Tagen sei es am Standort Zhengzhou in Zentralchina zu zwei kleineren Konflikten gekommen. Angaben einer Arbeitnehmerrechte- Gruppe, wonach es dort zum Wochenschluss einen Streik gab, bezeichnete der Konzern mit Sitz in Taiwan als nicht zutreffend. „Es gab keine Arbeitsunterbrechung in diesem Werk oder einem anderen Foxconn-Werk, und die Produktion lief planmäßig weiter“, hieß es in der Erklärung.

Das Unternehmen reagierte damit auf einen Bericht der in New York ansässigen Gruppe China Labour Watch. Demzufolge streikten am Freitagnachmittag 3000 bis 4000 Arbeiter an dem Standort aus Ärger über exzessive Qualitätskontrollen und die Forderung, dass sie auch an den Ferientagen anlässlich des chinesischen Nationalfeiertags am 1. Oktober durcharbeiten sollten. Dagegen sprach Foxconn von zwei „isolierten Vorfällen“ schon am Montag und Dienstag. Darauf habe die Werksleitung umgehend reagiert, etwa indem zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt worden sei. Das Unternehmen gab ferner an, dass die Beschäftigten, die an den Feiertagen arbeiteten, dies freiwillig getan und dafür entsprechend den Gesetzesvorgaben das Dreifache des üblichen Stundenlohns erhalten hätten.

Foxconn gerät immer wieder negativ in die Schlagzeilen. 2010 hatten sich mindestens 13 Foxconn-Mitarbeiter das Leben genommen. Menschenrechtsaktivisten machten die harten Arbeitsbedingungen in den Fabriken des Handy- und Computerherstellers dafür verantwortlich. Vor knapp zwei Wochen war in einem Werk in Taiyuan im Norden Chinas eine Massenschlägerei mit etwa 2000 Beteiligten ausgebrochen, die eine vorübergehende Schließung der Fabrik nötig machte. Etwa 5000 Polizisten waren stundenlang im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Foxconn ist der weltweit größte Hersteller von Computerteilen und baut unter anderem Geräte für Apple, Sony und Nokia. Das Unternehmen beschäftigt rund eine Million Arbeiter in China, die meisten von ihnen in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong. Nach den heftigen Protesten in der Vergangenheit hatten Apple und Foxconn zugesagt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Fair Labor Association (FLA) attestierte Foxconn zuletzt Fortschritte, mahnte aber weitere Anstrengungen an. rtr/AFP

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