Wirtschaft : Frankreich fängt angeschlagenen Alstom-Konzern auf Staatliches Rettungspaket

über 2,8 Milliarden Euro

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Düsseldorf (tas). Der französische Staat hat ein Rettungspaket über 2,8 Milliarden Euro für den hochverschuldeten Industriekonzern Alstom geschnürt. Mit ihm soll das französische Unternehmen vor der Pleite bewahrt werden. An dem Rettungsabkommen sind etwa 40 französische und 30 ausländische Banken beteiligt.

Wie Alstom am Mittwoch mitteilte, sehe das Rettungspaket vor, dass sich der französische Staat am Anlagen und Bahntechnikkonzern beteiligt. Paris werde bei einer geplanten Kapitalerhöhung von 600 Millionen Euro die Hälfte der neu ausgegebenen Alstom-Aktien zeichnen. Damit würde sich Frankreich mit 31,5 Prozent in die Gruppe einkaufen. In dem Paket seien zudem Kredite über 1,3 Milliarden Euro und eine Wandelanleihe mit fünfjähriger Laufzeit in Höhe von 900 Millionen Euro enthalten. Die Banken hätten auch eine kurzfristige Liquiditätshilfe über 300 Millionen Euro zugesagt.

Mit den Mitteln sollen die Anfang 2004 fälligen Kreditzahlungen über 1,8 Milliarden Euro gesichert und die Finanzlage mittelfristig verbessert werden. Das Unternehmen selbst hat sich im Rahmen des Rettungsplans verpflichtet, Vermögenswerte zu verkaufen. Der Verkauf der Sparte Energieübertragung und -verteilung an den Nuklearkonzern Areva soll mindestens eine Milliarde Euro einbringen, sagte Alstom-Chef Patrick Kron.

Ob der Plan Frankreichs jedoch in die Tat umgesetzt werden kann, ist unklar. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti forderte die Regierung in Paris auf, das Hilfspaket noch im August in Brüssel anzumelden. Die Kommission warnte Frankreich davor, Alstom mit versteckten Subventionen zu unterstützen. Brüssel werde im Zusammenhang mit der Rettung des angeschlagenen Unternehmens „alle Aspekte“ prüfen, stellte ein Sprecher klar. Monti fürchtet unter anderem, die Pariser Regierung könne Staatsfirmen zur Rettung des Kraftwerk- und Transportsystembauers einspannen.

Alstom gehört zu den größten Industriekonzernen Frankreichs und beschäftigt weltweit mehr als 110000 Mitarbeiter. In den drei Bereichen Kraftwerkstechnik, Energieverteilung und Transport kann sich Alstom vor allem auf den französischen Staat als Hauptabnehmer verlassen. Der staatliche Energiekonzern Electricité de France und die Staatsbahn SNCF gehören zu den wichtigsten Kunden. Alstom gilt nicht nur als führender Hersteller von Kraftwerksturbinen, sondern konkurriert beim Bau von Lokomotiven und Wagons mit der kanadischen Bombardier und dem Siemens-Konzern. Alstom fertigt den Hochgeschwindigkeitszug TGV.

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