Wirtschaft : Frankreich gibt Widerstand offenbar auf

Finanz-Staatssekretär Caio Koch-Weser wird als erster Deutscher an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) stehen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch in Kreisen der Bundesregierung erfuhr, gaben als letzte Staaten Frankreich und die USA ihren Widerstand gegen den deutschen Bewerber für die Nachfolge des Franzosen Michel Camdessus auf. Damit ist in wenigen Tagen auch offiziell der Weg frei für den einzigen Kandidaten Koch-Weser. Die stellvertretende Regierungssprecherin Charima Reinhardt sagte: "Wir hoffen, in Bälde einen europäischen Kandidaten einvernehmlich präsentieren zu können". Es gebe "insgesamt positive Signale" für die Bewerbung Koch-Wesers. Paris habe sich indes noch nicht offiziell geäußert. Das französische Außenministerium wollte keine Stellung nehmen. AFP-Informationen zufolge sollte Frankreich seine Unterstützung für Koch-Weser aber in Kürze bekannt geben.

Französische Regierungskreise verwiesen am Mittwoch darauf, Paris habe sich niemals dezidiert gegen die Bewerbung Koch-Wesers gestellt. Als einziges Land der Europäischen Union hatte Frankreich indes auch nicht ausdrücklich die Kandidatur des 55-Jährigen mitgetragen, der Camdessus Mitte des Monats nachfolgen soll. Stattdessen waren in Paris Parlamentschef Laurent Fabius und Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet für die Nachfolge ihres Landsmanns Camdessus ins Spiel gebracht worden.

Nach der bevorstehenden Zustimmung Frankreichs wird Koch-Weser offizieller Kandidat der Europäer sein, die traditionell die Spitze des Währungsfonds besetzen. Nach übereinstimmenden Informationen von "Handelsblatt" und AFP werden sich auch die USA dann nicht mehr gegen den Deutschen sperren.

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