Wirtschaft : Frankreich verbietet Bayer-Pille

Berlin - Ein auch als Verhütungsmittel genutztes Akne-Medikament des Pharmakonzerns Bayer wird in Frankreich vom Markt genommen. Das Präparat Diane 35 sowie Nachahmermittel dürften nur noch in einer Übergangszeit von drei Monaten vertrieben werden, erklärte die Arzneimittelaufsichtsbehörde ANSM am Mittwoch in Paris. Als Akne-Mittel sei Diane nach „Bewertung aller verfügbaren Daten“ angesichts der Thrombose-Risiken nicht geeignet. Demnach hätten Frauen, die Diane einnehmen, ein erhöhtes Risiko solcher Blutgerinnsel. In Frankreich werden seit 1987 mindestens vier Todesfälle mit dem Mittel in Verbindung gebracht. Die Betroffenen starben demnach an den Folgen von Venenthrombosen. Bayer hatte erklärt, der Beipackzettel weise deutlich auf das Thrombose-Risiko hin. Man sei „überrascht“ über die Entscheidung der Behörde.

Diane 35 ist in Frankreich zur Behandlung von Akne zugelassen, wird aber oft wegen seiner empfängnisverhütenden Wirkung verschrieben. Nach Behörden-Schätzungen nahmen 2012 in dem Land rund 315 000 Frauen das Präparat. Diane 35 ist in mehr als 100 Ländern zugelassen, Bayer machte mit dem Mittel 2011 einen Umsatz von 182 Millionen Euro.

In Deutschland werde die Verschreibung von Diane-35-Pillen „sehr restriktiv“ gehandhabt, nur zur Verhütung sei sie „nicht mehr möglich“, sagte eine Sprecher in des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm). Nun wolle die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) gemeinsam mit dem Bfarm die Risiken des Mittels erneut prüfen.

Bayer steht schon länger wegen seiner Anti-Baby-Pillen, die auch in Berlin produziert werden, in der Kritik. In den USA sind mehr als 12 000 Klagen wegen der Pillen Yaz und Yasmin anhängig, dort hat der Konzern schon Entschädigungen in Höhe von 560 Millionen Euro gezahlt. jmi/AFP

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